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Weidenrinde
Weidenrinde

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Wirkungen:
analgetisch
antiphlogistisch
antipyretisch

Indikationen:
Erkältungskrankheiten
Kopfschmerzen
rheumatische Beschwerden

Inhaltsstoffe:
Phenolglukoside

Lateinische Bezeichnung(en):
Salix sp.

Stammpflanze:
Salix sp. (Salicaceae)

Inhaltsstoffe:
Phenolglykoside: 1,5-ca.11 % mit je nach Stammpflanze qualitativ und quantitativ unterschiedlicher Zusammensetzung (wichtige Komponenten sind Salicin, Salicortin, Tremulacin, Populin). Der Gesamtsalicylgehalt sollte mind. 1 % sein, wird aber von vielen Arten nicht erreicht. Hohe Gehalte haben S. purpurea (6-8,5 %), S. daphnoides (4,9-5,6 %) und S. fragilis (3,9-10,2 %).
Weitere Inhaltsstoffe: Aromatische Aldehyde und Säuren (Salidrosid, Vanillin; Kaffee-, Ferulasäure), Salicylalkohol (= Saligenin), Flavonoide (Isoquercitrin, Naringin u. a.), Gerbstoffe (8-20 %).

Verwendeter Pflanzenteil:
Rinden verschiedener Salix-Arten (Cortex Salicis).

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Antipyretische, analgetisch-antirheumatische und antiseptische Wirkung: Salicin wird durch die Darmflora in Saligenin (Salicylalkohol) und Glukose gespalten. Saligenin wird zu über 86 % resorbiert und im Blut bzw. in der Leber zu Salicylsäure oxidiert. Salicinverbindungen haben demnach "Prodrug"-Charakter. Die antipyretische und analgetisch-antirheumatische Wirkung beruht auf einer Hemmung der Bildung von für das Entzündungsgeschehen wichtigen Prostaglandinen. Wegen der protrahierten Bildung des Wirkprinzips ist die Anwendung bei akuten Kopfschmerzen wenig geeignet.
Die analgetische Wirkung bei Arthrose des Hüft- und Kniegelenkes und bei Rückenschmerzen gilt als erwiesen. Alle Probandenuntersuchungen zeigten gute Verträglichkeit und eine geringe Nebenwirkungsrate im Vergleich mit synthetischen Salicylaten. Im Unterschied zu Acetylsalicylsäure beeinflussen Weidenrindenextrakte die Thrombozytenfunktion nicht, weshalb sie auch zur Schmerzbehandlung nach Operationen eingesetzt werden können.
Gegenüber Aspirin haben die Salicinverbindungen der Weidenrinde den Vorteil, daß sie keine aggregationshemmenden und damit die Blutgerinnung inhibierenden Eigenschaften (erhöhte Blutungsneigung) besitzen.

Unerwünschte Wirkungen:
Salicylat-Nebenwirkungen sind bei der durch die Droge zugeführten "Salicylat-Dosis" nicht zu befürchten. Bei bestehender individueller Überempfindlichkeit gegenüber Salicylaten muß jedoch mit einer Auslösung der bekannten Reaktionen (Urtikaria, Rhinitis, Asthma, Bronchospasmen) gerechnet werden. Mögliche gastrointestinale Beschwerden sind auf die Gerbstoffe der Droge zurückzuführen.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Fieberhafte Erkrankungen, rheumatische Beschwerden, Kopfschmerzen.

Empfohlene Dosierung:
Innerlich: mittlere Tagesdosis: 4,5 g Droge.
Äußerlich: 2-3 g Droge auf 100 ml Wasser.
Empfohlene Dosierung:
Mittlere Tagesdosis: entsprechend 60-120 mg Gesamtsalicin.
Berechnungsgrundlage: 90 mg Gesamtsalicin (entspricht im Mittel ca. 10 g Droge).

 
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