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Weißdorn
Weißdorn

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Wirkungen:
kardioprotektiv
Koronardurchblutung, Steigerung
positiv inotrop

Indikationen:
Altersherz
Herz, leichte Belastungsinsuffizienz

Inhaltsstoffe:
Flavonoide
oligomere Procyanidine

Lateinische Bezeichnung(en):
Crataegus laevigata (Poiret) u. a.
Crataegus monogyna Jacquin

Stammpflanze:
Crataegus monogyna Jacquin, Crataegus laevigata (Poiret) DC. und andere europäische Crataegus-Arten (Rosaceae)

Inhaltsstoffe:
Flavonoide: ca. 1,8 % Flavone und Flavonole in Blättern und Blüten, darunter auch die Flavon-C-glykoside Vitexin-2"-O-a-L-rhamnosid und Vitexin, die Flavonol-O-glykoside Hyperosid und Rutin.
Flavane: Catechin und Epicatechin.
Oligomere Procyanidine (OPC): ca. 2,4 %, mindestens 12 verschiedene Substanzen.
Weitere Inhaltsstoffe: Phenolcarbonsäuren (Chlorogensäure, Kaffeesäure), Triterpencarbonsäuren (Oleanolsäure, Ursolsäure), Amine, Xanthinderivate (z. B. Adenin, Adenosin, Guanin), Sterole und Aminopurine.
Als "Wirkstoff" wird die Gesamtheit der Inhaltsstoffe wäßrig-alkoholischer Auszüge erachtet.

Verwendeter Pflanzenteil:
Blühende Zweigspitzen (Crataegi folium cum flore); Früchte (Crataegi fructus).
Synonym: Mehlbeere.

Offizinell:
Crataegi folium cum flore: mind. 1,5 % Flavonoide, berechnet als Hyperosid.
Crataegi fructus: mind. 1,0 % Procyanidine.

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Wirkungen am Herzen: Crataegusextrakte zeigen am isolierten Langendorff-Herzen eine positiv inotrope Wirkung. Weiters wurden auch positiv dromotrope und negativ bathmotrope Wirkungen festgestellt. Außerdem konnte eine Senkung des peripheren Gefäßwiderstandes nachgewiesen werden. Diese Faktoren führen zu einer Erhöhung des Herzzeitvolumens und zu einer Zunahme der Herzleistung.
Oligomere Procyanidine steigerten im Tierversuch die Myokarddurchblutung dosisabhängig. Längere Gabe von Crataegusextrakten erhöhte die Hypoxietoleranz des Meerschweinchenherzens.
Im Tierversuch wurde der Effekt eines standardisierten Weißdornextraktes auf letale Arrhythmien nach Wiederdurchblutung des vorübergehend ischämischen Herzens geprüft. Die Resultate zeigen deutlich, daß wiederholte orale Therapie die Tiere nicht nur gegen die letale ventrikuläre Fibrillation schützt, sondern auch die Intensität und die Dauer von hypotensiven Episoden und ventrikulären Tachykardien, welche üblicherweise nach kurzen Perioden von Koronarverschluß beobachtet werden, drastisch reduziert.
Wirkmechanismus: Das von dem der Herzglykoside unterschiedliche Wirkspektrum wird auf eine Hemmung der für den Abbau von 3',5'-cAMP verantwortlichen intrazellulären Phosphodiesterase und auf eine Erhöhung der Ca2+-Permeabilität in den Ca2+-speichernden Zellorganellen zurückgeführt. Der positiv inotropen Wirkung könnte ein Einfluß auf die myokardiale Na+-K+-ATPase zugrunde liegen, die auch als Rezeptor der Herzglykoside gilt. Die Relaxation der glatten Gefäßmuskelzellen und damit die Erweiterung der Koronararterien dürfte auf einer Beeinflussung der kaliumabhängigen Calciumkanäle durch Crataegus-Inhaltsstoffe beruhen. Diese Beeinflussung - mit den Ergebnissen der Aktionspotentialmessungen - kann als Hinweis auf beta-Rezeptor-vermittelte Wirkungen des Crataegusextraktes gedeutet werden.
Klinische Wirksamkeit: Die Wirksamkeit von Weißdorntrakten konnte in zahlreichen klinischen Studien belegt werden. Mit Dosierungen von 160 bis 900 mg Extrakt pro Tag konnte bei Patienten mit Herzinsuffizienz Stadium I nach NYHA nach 8 Wochen Symptomfreiheit erzielt werden, bei Probanden im Stadium II war eine signifikante Verbesserung zu erreichen.

Weitere Wirkungen:
Hämatologische Wirkungen und Wirkungen an der glatten Gefäßmuskulatur: Untersuchungen mit einem höher dosierten Crataegusextrakt ergaben eine Zunahme der Fließgeschwindigkeit der Erythrocyten in Arteriolen und Venolen sowie der Leukocyten. Bei höherer Dosierung führt ein Crataegus-Extrakt zu einer ACE-Hemmung. Eine blutdrucksenkende Wirkung kommt dem Weißdorn nicht zu, wohl aber können sich die Blutdruckverhältnisse durch die Besserung der Herzkraft normalisieren.

Unerwünschte Wirkungen:
Keine bekannt.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Nachlassende Leistungsfähigkeit des Herzens entsprechend Stadien I und II nach NYHA.
Erfahrungsmedizin:
Funktionelle Herzbeschwerden, koronare Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen.

Empfohlene Dosierung:
Tagesdosis: 160-900 mg Extrakt (4-7:1) entsprechend 30-168,7 mg oligomeren Procyanidinen (berechnet als Epicatechin) oder 3,5-19,8 mg Flavonoide (berechnet als Hyperosid).
Berechnungsgrundlage: 530 mg Extrakt, 99 mg OPC, 11,6 mg Flavonoide.

 
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