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Wermutkraut
Wermutkraut

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Wirkungen:
Anregung der Speichel- und Magensaftsekretion, verdauungsfördernd

Indikationen:
Appetitlosigkeit
Dyspeptische Beschwerden, Verdauungsstörungen
Galle: Krämpfe, Störungen von Produktion, Fluss

Inhaltsstoffe:
Bitterstoffe
Ätherisches Öl

Lateinische Bezeichnung(en):
Artemisia absinthium L.

Stammpflanze:
Artemisia absinthium L. (Asteraceae)

Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl: 0,2-1,5 %. Das Öl ist komplex zusammengesetzt, mindestens 50 verschiedene Mono- und Sesquiterpene wurden bisher nachgewiesen. Die Zusammensetzung schwankt je nach Herkunft (Chemotyp) der Pflanze. Folgende Bestandteile dominieren, wobei jeder für sich über 40 % des ätherischen Öls ausmachen kann: alpha-Thujon, cis-Epoxyocimen, trans-Sabinylacetat und Chrysanthenylacetat. Weiters alpha-Bisabolol, beta-Curcumen, Spathulenol, Thujan, Thujylalkohol, Linalool und Cineol.
Bitterstoffe: Sesquiterpenlaktone, darunter Absinthin (ein dimeres Guajanolid), Anabsinthin, Artabsin und Matricin.
Weitere Inhaltsstoffe: Flavonoide (Glykoside des Kämpferols und Quercetins); Kaffeesäure und andere Phenolcarbonsäuren, Polyacetylene.

Verwendeter Pflanzenteil:
Blühende Zweigspitzen (Absinthii herba).

Offizinell:
Absinthii herba: mind. 0,20 % ätherisches Öl, Bitterwert mind. 10.000.
Species amaricantes: je 20 Teile Wermutkraut, Tausendguldenkraut, Bitterorangenschale, je 10 Teile Bitterkleeblatt, Kalmuswurzel, Enzianwurzel, Ceylonzimtrinde.
Tinctura Absinthii comp.: 10 Teile Wermutkraut, 5 Teile Bitterorangenschale, je 2 Teile Kalmuswurzel und Enzianwurzel, 1 Teil Ceylonzimtrinde.

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Stimulierung von innersekretorischen Drüsen: Die Wermut-Bitterstoffe wirken auf die Bitterstoffrezeptoren der Zunge, wodurch es auf reflektorischem Wege (Nervus vagus) zu einer allgemeinen Stimulierung der innersekretorischen Drüsen kommt. Außerdem stimulieren Bitterstoffe direkt im Magen die Gastrinsekretion und regen die Galle- und Pankreassekretion sowie die Darmperistaltik an. Ein Extrakt aus Wermutkraut zeigte in Kombination mit anderen karminativ wirksamen Drogen (Kümmel, Fenchel, Pfefferminze) bei Patienten mit Oberbauchbeschwerden (Krämpfe, Erbrechen, Schwindel) eine ähnliche Wirksamkeit wie Metoclopramid.

Weitere Wirkungen:
Antipyretische und antibakterielle Wirkung: Beim Kaninchen wurde eine antipyretische Wirkung eines Extraktes festgestellt. Sowohl das ätherische Öl als auch wäßrige Auszüge zeigen antibakterielle Wirkungen.
Dem Wermut kommt ein allgemein leistungssteigernder Effekt bei Infektionskrankheiten und bei Grippe und Erkältung zu. Wermut ist ein stark tonisierendes Amarum mit einem gleichzeitig zentral anregenden Anteil.

Unerwünschte Wirkungen:
Über körperlichen, geistigen und seelischen Zerfall mit psychischen, motorischen und sensiblen Störungen (Absinthismus) durch übermäßigen und chronischen Genuß von Absinthlikör wird häufig berichtet. Als Ursache wird u. a. der Gehalt an Thujon angesehen. Da Absinthlikör früher Kupfersulfat, Antimonchlorid, Indigo u. a. zugesetzt wurde, ist fraglich, ob die Symptome auf Thujon allein zurückzuführen sind.
Akute Toxizität: Nach 15 g Absinthöl treten beim Erwachsenen Konvulsionen, Trismus und Schäumen vor dem Mund auf.
Wegen der Toxizität des Thujons sind alkoholische Wermutauszüge und die Verwendung des ätherischen Öls (Absinth-Liköre u. a.) in vielen Staaten verboten; wäßrige Drogenauszüge enthalten demgegenüber relativ wenig Thujon.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Appetitlosigkeit, dyspeptische Beschwerden, Dyskinesien der Gallenwege.

Empfohlene Dosierung:
Mittlere Tagesdosis: 2-3 g Droge. Berechnungsgrundlage 2,5 g Droge.

 
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