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Praxisrelevanz
Sigl V et al.
RANK und RANKL - Vom Knochen zum Mammakarzinom

Journal für Mineralstoffwechsel & Muskuloskelettale Erkrankungen 2012; 19 (1): 27-32

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Vor > 10 Jahren wurden RANK und RANKL als Schlüsselmoleküle im Knochenmetabolismus identifiziert. Heute blicken wir auf ein Molekül, das in viel mehr Prozessen als im Knochenumbau involviert ist. RANK und RANKL spielen eine wichtige Rolle in der Entwicklung von Lymphknoten, in der Entwicklung milchsekretierender Strukturen in der Schwangerschaft, in der Entstehung von Knochenmetastasen, in der Regulation von Fieber und in der Entstehung von hormonellem Brustkrebs. Da Millionen von Frauen synthetisches Progesteron in Form von hormonellen Kontrazeptiva und Hormonersatztherapie zu sich nehmen, sollte der Tatsache, dass RANK und RANKL die Verbindung zu Progestin-induziertem Brustkrebs darstellen, erhöhte Bedeutung beigemessen werden. Zum Beispiel könnte die Inhibierung von RANKL als ein neuer Ansatz zur Therapie bzw. Prophylaxe für Brustkrebs in Betracht gezogen werden. Somit könnte das Fortschreiten bzw. sogar das Auftreten eines Mammakarzinoms verhindert werden. Außerdem könnte sich eine anti-RANKLTherapie auch als nützlich erweisen, um die Sensitivität von Brustkrebszellen gegenüber Bestrahlungstherapie oder DNAbeeinträchtigenden Medikamenten zu erhöhen. Da 2010 Denosumab, ein anti-RANKL-Antikörper, zur Behandlung von Osteoporose auf dem europäischen und amerikanischen Markt zugelassen wurde, könnten Ansätze in diese Richtung umgehend in Angriff genommen werden [24, 25]. Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass in Mammographien als früheste Anzeichen von Brustkrebs winzige Mineralisierungen, so genannte Mikro-Kalzifizierungen, festgestellt werden können [66]. Da RANK und RANKL eine wichtige Rolle in der Mineralisierung des Skeletts spielen, könnten weitere Forschungsarbeiten in die Richtung gehen, um einen eventuellen Zusammenhang zwischen diesen frühen Kennzeichen von Brustkrebs und dem RANK/ RANKL-System herzustellen. Außerdem könnte überlegt werden, ob sich das Verhältnis zwischen OPG und RANKL als diagnostische Marker eignet, um Brustkrebs bereits kurz vor der Entstehung zu diagnostizieren. Doch nicht nur in primären Tumoren könnte sich eine anti-RANKL-Therapie als vorteilhaft erweisen; da RANK und RANKL auch eine wichtige Rolle in der Entstehung von Metastasen spielen, könnten durch die Blockade von RANKL auch Patienten in späteren Stadien davon profitieren.
 
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