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Rossi Neto R et al.  
Ergebnisse einer neuen Technik der Meatusplastik im Rahmen der geschlechtsangleichenden Operation von Mann zu Frau

Journal für Urologie und Urogynäkologie 2011; 18 (4) (Ausgabe für Österreich): 10-12
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2011; 18 (4) (Ausgabe für Schweiz): 10-12

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Abb. 6: Mann-zu-Frau Abb. 7: Mann-zu-Frau



Keywords: geschlechtsangleichende OperationMeatusplastikMeatusstrikturTranssexualitätUrologie

In unserer Klinik stellt sich die Meatusstenose als die häufigste Komplikation nach einer geschlechtsangleichenden Operation mit ca. 40 % betroffenen Patientinnen dar, gefolgt von lokalen Wundheilungsstörungen (26 %) und Verengung des Introitus vaginalis mit 12 %. Die Hauptkomplikationen werden bei der zweiten Sitzung mit kleinen ästhetischen Korrekturen beseitigt. Trotz einer zweiten Korrektur besteht jedoch immer noch das Risiko (15–20 %) der Entstehung einer Striktur der Anastomose. Im Rahmen der Neo-Urethrokutaneostomie besteht grundsätzlich das Problem, dass eine zirkuläre kutane Anastomose im Verlauf zur narbigen Verengung neigt. Um das Stenoserisiko zu reduzieren, ist eine neue Technik der Neo- Urethrokutaneostomie entwickelt und der Verlauf der Patientinnen im Vergleich zur konventionellen Methode verglichen worden. Insgesamt wurden 45 Patientinnen mit dieser Methode operiert und prospektiv analysiert: Gruppe A mit 23 Patientinnen, die eine konventionelle Neo-Urethrokutaneostomie mit Absetzung der Harnröhren auf Hautniveau erhielten, und Gruppe B mit 22 Patientinnen, wobei hier die Harnröhre ca. 1,0–1,5 cm oberhalb des Hautniveaus abgesetzt und eine lange Eversion der Schleimhaut durchgeführt wurde. Insgesamt wurde eine Nachbeobachtung der postoperativen Ergebnisse über 7 Monate durchgeführt, wobei das besondere Augenmerk auf das Maß der subvesikalen Obstruktion gelegt wurde. In Gruppe A wurden bei 19 Patientinnen (82,6 %) obstruktive Miktionsbeschwerden aufgrund progressiver Meatusstenosen festgestellt. Insgesamt 14 (61 %) von 23 Patientinnen konnten nach 7 Monaten ohne eine zweite Korrektur normal miktionieren. In Gruppe B hingegen berichteten nur 3 (13,6 %) Patientinnen über obstruktive Miktionsbeschwerden. Bei 4 Patientinnen (18 %) wurde der Dauerkatheter aufgrund einer Durchblutungsstörung des Meatus 3 Tage länger belassen, bei 3 Patientinnen war zur Verbesserung der Wundheilung eine Abtragung von Nekrosen am Harnröhrenstumpf nötig, obwohl keine Entleerungsstörung im Verlauf beobachtet wurde. Durch die modifizierte lange Eversionstechnik der Neo-Urethrokutaneostomie werden sehr gute funktionelle Ergebnisse erzielt und Meatusstenosen sowie postoperative Blasenentleerungsstörungen reduziert.
 
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