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Becker AJ et al.  
Pilotstudie zur Detektion der Dopamin-Plasmakonzentrationen im systematischen und kavernösen Blut gesunder Männer während verschiedener peniler Stadien

Journal für Urologie und Urogynäkologie 2012; 19 (4) (Ausgabe für Österreich): 5-8
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2012; 19 (4) (Ausgabe für Schweiz): 5-9

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Abb. 1: Dopamin



Keywords: DopaminMannpenile Erektionsexuelle ErregungStudieUrologie

Kurzfassung: Allgemeines: Die Bedeutung des dopaminergen Systems für die Einleitung und Aufrechterhaltung der penilen Erektion ist die Rationale für die Verwendung von Dopamin-Agonisten in der Pharmakotherapie der erektilen Dysfunktion (ED). Dennoch haben bisher nur wenige Arbeiten versucht, die Relevanz von Dopamin für den Erektionsmechanismus auf der Ebene nicht-neuronaler, peripherer Strukturen nachzuvollziehen. Ziel dieser Studie war es, in einer Gruppe gesunder junger Männer das Plasmaprofil von Dopamin im systemischen und kavernösen Blut über verschiedene Stadien der sexuellen Erregung, d. h. verschiedene Funktionszustände des Penis, zu ermitteln. Methoden: Blutproben wurden gleichzeitig aus dem Corpus cavernosum und der Cubitalvene von 16 gesunden Männern (Durchschnittsalter: 24 Jahre) während der penilen Stadien Flakzidität (Fl), Tumeszenz (Tu), Rigidität (Ri) und Detumeszenz (Det) entnommen. Tu und Ri wurden durch audiovisuelle und taktile Reize ausgelöst. Die Plasmaspiegel von Dopamin (pmol/l) wurden mit radioimmunometrischen Methoden (RIA) gemessen. Ergebnisse: Im systemischen Blut wurde eine Zunahme der zirkulierenden Dopamin-Konzentration von 244 ± 229,7 pmol/l während der Flakzidität auf 353 ± 344 pmol/l in der Phase der penilen Rigidität registriert. Nach Sistieren der sexuellen Stimulation, in der Detumeszenz-Phase, sank die Konzentration auf 235 ± 154 pmol/l ab. Im kavernösen Blut ergaben sich keine Änderungen der Dopamin-Konzentration, lediglich in der Phase der Detumeszenz wurde eine Erhöhung auf 435 ± 329 pmol/l gemessen. Schlussfolgerungen: Die Freisetzung von Dopamin mit Beginn der Erektion und dem Erreichen der Rigidität ist in der systemischen Zirkulation, nicht aber im kavernösen Kompartiment nachvollziehbar. Das bestätigt die Bedeutung von Dopamin als zentralem Mediator der sexuellen Erregung und penilen Erektion beim Mann und lässt die Modulation des dopaminergen Systems auch weiterhin als interessante Option in der Pharmakotherapie der ED erscheinen.
 
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