Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
Artikel   Bilder   Volltext

Mobile Version
A-  |   A  |   A+
Werbung
 
Summary
Deutschmann H  
Karotisstenose-S3-Leitlinien: Aus der Sicht des Interventionisten

Zeitschrift für Gefäßmedizin 2013; 10 (4): 26-31

Volltext (PDF)    Summary    Praxisrelevanz    Abbildungen   

Abb. 1a-d: Karotisstenose Abb. 2a-f: Karotisstenose



Keywords: CASextrakranielle KarotisstenoseLeitlinieStent

Die S3-Leitlinien zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge der extrakraniellen Karotisstenose bewerten sowohl die endovaskuläre Stentbehandlung (CAS) als auch die chirurgische Endarteriektomie (CEA) im Lichte der in den Jahren zuvor durchgeführten großen randomisierten klinischen Studien. Dabei wird die derzeit vorhandene wissenschaftliche Evidenz berücksichtigt. Aus den Leitlinien geht hervor, dass die CEA symptomatischer Stenosen geringfügig sicherer ist, was die unmittelbaren periinterventionellen Komplikationen wie ipsilateraler Schlaganfall und Mortalität betrifft. Längerfristig sind sowohl CEA als auch CAS gleichermaßen effektiv zur Prävention eines Rezidivschlaganfalles. Die CAS asymptomatischer Stenosen „kann“ in Zentren durchgeführt werden, in denen das periprozedurale Risiko für Schlaganfall und Tod < 3 % liegt, vorzugsweise jedoch nur bei Patienten < 70 Jahren und erhöhtem chirurgischen Risiko. Für die CAS der symptomatischen Karotisstenose gilt Ähnliches wie für die asymptomatische Stenose. Erfahrene Zentren (Komplikationsrate < 6 %) können, unter Berücksichtigung allfälliger zusätzlicher Risiken (z. B. ungünstige Anatomie), ihren Patienten die CAS anbieten, auch wenn keiner der zusätzlichen Faktoren, die gegen eine CEA sprechen, vorliegt. Zusätzlich scheint das unmittelbar perioperative Herzinfarktrisiko bei der CAS geringer zu sein als bei der CEA. Die CAS hat auch einen hohen Stellenwert bei der Behandlung von Tandemstenosen, bei bilateralen hochgradigen Stenosen sowie bei Akutverschlüssen, bei denen eine mechanische Thrombektomie zur Revaskularisation des intrakraniellen Gefäßverschlusses notwendig ist. Letztlich bewegen wir uns immer stärker auf eine individualisierte, stark an die Patienten angepasste Therapie hin. Der Expertise des Interventionszentrums sowie der sorgfältigen präinterventionellen Bildgebung mittels Ultraschall, CT- oder MR-Angiographie kommen in diesem Kontext eine besondere Bedeutung zu.
 
copyright © 2003–2017 Krause & Pachernegg GmbH | Sitemap | Impressum
 
Werbung