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Magometschnigg D  
Blutdruck-SMS: Eine Methode zur besseren Therapiesteuerung

Journal für Hypertonie - Austrian Journal of Hypertension 2015; 19 (3): 84-88

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Abb. 1: Blutdruck-Verteilungskurven Abb. 2: White-Coat-Effect Abb. 3: Maskierte Hypertonie Abb. 4: Blutdrucklangzeitprofil



Keywords: Blutdruck-SMSBlutdrucklangzeitverlaufBlutdruckvariabilitätHypertonieklassifizierung

Durch verschiedene endogene blutdruckregulierende Systeme werden die Blutdrücke während 24 Stunden in einem Bereich von ca. 50 mmHg systolisch und 35 mmHg diastolisch gehalten. Wegen dieser Blutdruckvariabilität sind Einzelmessungen mehrdeutig und sagen nichts über den Blutdruckmittelwert aus, der aus einer Vielzahl von abweichenden Einzelmessungen errechnet wird. Die Hochdruck-Guidelines empfehlen, dass die „Blutdruckhöhe“ einzelner Patienten anhand von zumindest 3 Messwerten eingeschätzt werden sollen. Wenn man der Blutdruckvariabilität einzelner Patienten eine Standardabweichung von 12 mmHg zugrunde legt, bessert sich die Reproduzierbarkeit des Befundes unwesentlich. Daher sind Einzelmessungen prinzipiell ungeeignet, um Hypertoniker zuverlässig einer Hypertonieklasse zuzuordnen. Die Zuordnung zur Klasse der therapieresistenten Hypertoniker über Einzelmessungen hat bei den Symplicity-Studien 1 und 2 zu irreführend positiven Ergebnissen und vielen nicht gerechtfertigten Behandlungen geführt. Der Missbrauch von Einzelmessungen ist bei klinischen Hypertoniestudien gang und gäbe und führt dazu, dass die Ergebnisse von Studien mit Arztmessungen ganz anders ausfallen als von Studien, die statt den „casual readings“ Mittelwerte von 24-h-Blutdruckmonitorings verwenden. Dass Schlussfolgerungen auf der Grundlage von Einzelmessungen nicht zielführend sind, hat Symplicity-HTN-3 eindrucksvoll aufgezeigt. Das Blutdruck-SMS ist ein einfaches, automatisiertes Verfahren, mit dem der Arzt die Hypertonie – ohne Mehraufwand – anstatt mit Einzelwerten über Mittelwerte und Langzeitblutdruckverläufe beurteilt. Diese zutreffendere Art der Hypertoniebeurteilung führt dazu, dass die Therapieerfolge im Routinebetrieb ähnlich hoch sind wie in klinischen Studien; über 80 % erreichen die Zielwerte [1]. Das Blutdruck-SMS vermeidet Fehldiagnosen wie Ordinationshochdruck und maskierte Hypertonie und erhöht die Medikamenten-„ Adherence“ [2]. Das Blutdruck-SMS ist zur Überwachung der Blutdruckregulation von Einzelpersonen sehr gut geeignet und daher für die Betreuung therapieresistenter Patienten besonders hilfreich.
 
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