Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
Artikel   Bilder   Volltext

Mobile Version
A-  |   A  |   A+
Werbung
 
Summary
Ribitsch A et al.  
Einfluss von Übergewicht und Adipositas auf die Schwangerschaft von Patientinnen mit Diabetes mellitus Typ 1

Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2015; 9 (3) (Ausgabe für Österreich): 6-9
Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2015; 9 (3) (Ausgabe für Schweiz): 6-9

Volltext (PDF)    Summary    Praxisrelevanz    Abbildungen   

Abb. 1: HbA1c-Verlauf Schwangerschaft



Keywords: AdipositasBMIDiabetes mellitus Typ 1fetale Komplikationmaternale KomplikationSchwangerschaft

Hintergrund: Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 (DM 1) sind zunehmend auch übergewichtig oder adipös, davon sind vor allem jüngere Frauen betroffen. Die Kombination von DM 1 und erhöhtem BMI wirkt sich aufgrund der zusätzlichen Insulinresistenz zum absoluten Insulinmangel negativ auf die Stoffwechselkontrolle aus. Die Blutzuckereinstellung vor und während einer Schwangerschaft von Patientinnen mit DM 1 und Adipositas wird dadurch zusätzlich erschwert und ist wahrscheinlich mit einem erhöhten Risiko für maternale und fetale Komplikationen verbunden. Ziel dieser Arbeit war es, den Anteil und den Einfluss von Übergewicht und Adipositas bei Frauen mit DM 1 in der Schwangerschaft zu evaluieren. Material und Methoden: Es wurden 70 Schwangerschaften mit DM 1, welche in der Diabetesambulanz eines tertiären Krankenhauses zwischen 2006 und 2014 vorstellig wurden, erfasst und bezüglich maternaler und fetaler Charakteristika sowie Schwangerschafts-Outcomes anhand von BMI-Tertilen analysiert. Ergebnisse: 54 % der Frauen (Alter: 32 ± 6 Jahre; Diabeteslaufdauer: 17 ± 9 Jahre) hatten zu Beginn der Schwangerschaft bereits einen BMI >= 25 kg/m2. Die Rate von präexistenten diabetischen Spätkomplikationen sowie arterieller Hypertonie war höher, Diabeteslaufdauer und Alter waren jedoch vergleichbar zu Frauen mit normalem BMI. Keine Unterschiede zeigten sich zwischen den BMI-Tertilen für fetale und maternale Komplikationen. Schlussfolgerung: Übergewicht und Adipositas stellen aufgrund des erhöhten Anteils an Spätkomplikationen und präexistenter Hypertonie verbunden mit dem negativen Einfluss auf die Stoffwechsellage zusätzliche Risikofaktoren für die Schwangerschaft von Patientinnen mit DM 1 dar. In der Betreuung von Patientinnen mit DM 1 und Kinderwunsch ist im Vorfeld auf gewichtsreduzierende Maßnahmen in der präkonzeptionellen Beratung ein Fokus zu legen.
 
copyright © 2003–2017 Krause & Pachernegg GmbH | Sitemap | Impressum
 
Werbung