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Schienle S et al.  
Parodontitis und ihre Bedeutung für Fertilität und Frühgeburten // Infectious Periodontitis and its Importance for Fertility, Miscarriages and Premature Births

Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2017; 14 (1): 14-18

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Abb. 1: Schwangerschaftsgingivitis



Keywords: Aborterektile DysfunktionFrühgeburtInfertilitätMundhygieneParodontitisPräventionReproduktionsmedizinerectile dysfunctioninfertilitymiscarriageoral hygieneperiodontitisprematuritypreventionreproductive medicine

Inflammatory periodontal diseases and the causative microorganisms have multiple effects on the whole organism. In this case, the etiology of cardiovascular disease, diabetes mellitus, rheumatoid arthritis, osteoporosis and the aspiration pneumonia can be attributed to the inflammatory processes of the periodontium. In addition, an association between erectile dysfunction, a decreased fertility status, pre-eclampsia, developmental disorders of the fetus, premature births, low birth weight and the finding of periodontal inflammation could be established in diverse studies. Moreover, due to the hormonal changes and the consequent formation of pseudo-pockets, a modified immune response of the mother and changes in the composition of the subgingival biofilm during pregnancy, there is an increased risk for developing a periodontal inflammation. For this reason, an interdisciplinary approach between the gynecologist or urologist and the dentist is very important. So if there is the desire to have children, a routine screening should be performed by the dentist to eliminate any existing foci of periodontal or dental origin. During pregnancy, the woman has to be informed about the importance of intensive oral hygiene by the attending gynecologist or by the accompanying midwife at the beginning of the pregnancy and remitted to the dentist to check the periodontal status. If there is a need for treatment, the periodontal treatment should be performed in the second trimester.

Kurzfassung:Entzündliche Parodontalerkrankungen und die dabei beteiligten pathogenen Mikroorganismen haben zahlreiche Auswirkungen auf den Gesamtorganismus. So sind bereits Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Aspirationspneumonie mit inflammatorischen Prozessen des Zahnhalteapparats assoziiert. Darüber hinaus konnte in Studien ein Zusammenhang zwischen Frühgeburten, einem niedrigen Geburtsgewicht, einer Präeklampsie, Entwicklungsstörungen des Fetus, einer verminderten Empfängnisbereitschaft bei Frauen, erektiler Dysfunktion bei Männern und dem Befund einer parodontalen Entzündung hergestellt werden. Weiterhin besteht aufgrund der hormonellen Umstellung und der dadurch bedingten Gingivavergrößerungen, einer modifizierten Abwehrreaktion der Mutter und Veränderungen der Zusammensetzung des subgingivalen Biofilms während einer Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung von gingivalen Entzündungen. Aus diesem Grund ist ein interdisziplinäres Vorgehen zwischen dem behandelnden Gynäkologen bzw. bei Erektionsstörungen zwischen dem behandelnden Urologen und dem Zahnarzt sehr wichtig. So sollte bei bestehendem Kinderwunsch vor der Schwangerschaft eine Routineuntersuchung beim Zahnarzt erfolgen, um so eventuell vorhandene Foci, seien sie dentaler oder parodontaler Ätiologie, zu behandeln. Bei bereits bestehender Schwangerschaft ist die Schwangere durch den betreuenden Gynäkologen bzw. durch die begleitende Hebamme über die Wichtigkeit intensiver und an die Umstände angepasster Mundhygienemaßnahmen zu Beginn der Schwangerschaft aufzuklären und zur Überprüfung des parodontalen Status an den Zahnarzt zu überweisen. Liegt ein Behandlungsbedarf vor, sollte möglichst eine systematische Parodontitisbehandlung im zweiten Trimenon durchgeführt werden.

 
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