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Göbl CS et al.  
Geschlechtsspezifische Aspekte bei Prä-Diabetes und Diabetes mellitus Typ 2

Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel - Austrian Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2009; 2 (4): 16-20

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Abb. 1: Hormonhaushalt - Glukosehaushalt



Keywords: EndokrinologiegenderStoffwechsel

Das Geschlecht beeinflusst die Wahrnehmung und Definition von Gesundheit und Krankheit. Dennoch sind geschlechtsspezifische Unterschiede in wissenschaftlichen Untersuchungen und dementsprechend auch eine geschlechtssensible klinische Praxis über lange Zeit vernachlässigt worden. Erst seit wenigen Jahren wird von Gesundheitsorganisationen und Politik zunehmend die Einbindung von Fragestellungen mit Geschlechts- bzw. Genderbezug in die medizinische Wissenschaft gefordert. Geschlechtsspezifische Unterschiede in epidemiologischen, pathophysiologischen aber auch klinischen Aspekten metabolischer Erkrankungen sind aus aktuellen Untersuchungen ableitbar, zeigen jedoch auch den dringenden Bedarf an weiterführender Forschung in diesem Bereich auf. Rezente Studien geben Hinweise auf ein unterschiedliches Verteilungsmuster von Prädiabetes-Formen wie gestörter Glukosetoleranz und gestörter Nüchternglukose. So sind Frauen im Vergleich zu Männern durchschnittlich insulinsensitiver, können eine vorhandene Insulinresistenz mit zunehmender Adipositas aber möglicherweise weniger gut durch Steigerung der Beta-Zell-Sekretion kompensieren und zeigen auch bei Vorliegen eines metabolischen Syndroms mehr und ungünstigere kardiovaskuläre Risikofaktoren. Insbesondere scheinen bei Frauen eine subklinische Inflammation und Veränderungen im Gerinnungssystem früh nachweisbar. Des Weiteren zeigte sich ein Einfluss von Geschlechtshormonen auf das mikro- und makrovaskuläre Risikoprofil. Eine protektive Wirkung von Estrogenen auf das kardiovaskuläre Risiko scheint allerdings durch die Manifestierung von Diabetes abgeschwächt. Bei Fokussierung auf klinische Aspekte zeigen Diabetikerinnen eine weniger günstige Blutdruck- und Cholesterineinstellung und erreichen die empfohlenen Therapieziele weniger häufig. Insgesamt dürften Frauen bei metabolischen Erkrankungen ungünstigere Veränderungen im Glukose- und Lipidstoffwechsel sowie eine schnellere Progression von Spätkomplikationen im Vergleich zu Männern mit vergleichbarer Glukosetoleranzstörung aufweisen.
 
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