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Summary
Dobkowicz L et al.  
"Lessons learned" nach 462 Harnröhrenstriktur-Rekonstruktionen mit Mundschleimhaut

Journal für Urologie und Urogynäkologie 2010; 17 (2) (Ausgabe für Österreich): 5-8
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2010; 17 (2) (Ausgabe für Schweiz): 4-9

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Abb. 1: Rezidivharnröhrenstriktur Abb. 2: Harnröhrenrekonstruktion Abb. 3: Inoperative Strikturlänge Abb. 4: Strikturlokalisation Abb. 5: Harnröhrenersatz Abb. 6: Urethrogramm - Postoperativ



Keywords: RezidivharnröhrenstrikturUrologie

Die Rekonstruktion einer langstreckigen Rezidivharnröhrenstriktur erfordert einen Gewebetransfer mittels eines vaskularisierten Lappens oder eines freien Transplantates. Die Verfahrensweisen bezüglich des operativen und perioperativen Managements werden abgeleitet aus Empfehlungen und Ergebnissen der Literatur, die meist auf kleinen Fallzahlen basieren und nicht immer evidenzbasiert sind. Ziel unserer Studie war die Überprüfung der Literaturempfehlungen und -ergebnisse anhand unseres eigenen Patientenklientels. Von 04/1994 bis 08/2009 evaluierten wir prospektiv 462 konsekutiv mittels Mundschleimhauttransplantat durchgeführte Strikturrekonstruktionen mit einem standardisierten Fragebogen. Erfasst wurden der Harnstrahl und die Restharnmenge alle 3 Monate in den ersten beiden postoperativen Jahren, dann halbjährlich lebenslang. Das mittlere Follow-up lag bei 54 Monaten (1– 153), 135 Patienten hatten ein Follow-up von zumindest 60 Monaten (> 5 Jahre). Die Rezidivrate lag in unserem Gesamtkollektiv bei 5,8 % (27/462). Die Rezidivrate der endoskopisch voroperierten Patienten unterscheidet sich nicht signifikant von der der offen voroperierten (5,7 %/6,4 % [21/368; 6/ 94]) p = 0,49. Die < 3x voroperierten Patienten haben keine höhere Rezidivrate als die häufiger (> 3x) voroperierten Patienten (3,6 %/7,9 % [7/193; 20/ 254]) p = 0,47. Die Strikturlänge (< 10/> 10 cm) zeigt im Vergleich keine höhere Rezidivrate (5,4 %/7,0 % [15/ 278; 12/171]) p = 0,68. Ebenfalls keinen signifikanten Unterschied konnten wir in der Rezidivrate bzgl. der unterschiedlichen Lokalisation der Rezidivharnröhrenstriktur (penil – bulbär & bulbomembranös – gesamte Harnröhre) finden, (1/60 penil, 7/113 penobulbär, 10/187 bulbär, 1/13 bulbomembranös, 8/89 gesamte Harnröhre) p = 0,7; 0,21; 0,47. Eine Wartezeit von mind. 3 Monaten nach vorausgegangener endoskopischer Operation vor offener Harnröhrenrekonstruktion ist nicht erforderlich. Die Anzahl vorausgegangener Operationen, die intraoperative Strikturlänge und die Strikturlokalisation haben keinen Einfluss auf ein eventuelles Harnröhrenstrikturrezidiv. Literaturempfehlungen sollten aufgrund dieser Ergebnisse kritisch auf ihre Evidenz geprüft werden.
 
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