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Martinek M et al.  
Die Entwicklung der Radiofrequenzablation von Vorhofflimmern in den Jahren 2000 bis 2009 am Beispiel der Elektrophysiologie der Elisabethinen Linz

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2010; 17 (11-12): 412-418

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Abb. 1: Radiofrequenzablation - Linz Abb. 2: Visualisierung Abb. 3: Ablationslokalisation Abb. 4: Vorhofflimmern Abb. 5: Vorhofflimmern Abb. 6: Vorhofflimmern



Keywords: RadiofrequenzablationÖsterreich

Einleitung: Die Radiofrequenzablation (RFA) von Vorhofflimmern (VHF) wird seit nunmehr 10 Jahren an der Elektrophysiologie der Elisabethinen Linz erfolgreich angewendet. Ziel dieser Übersichtsarbeit ist die Aufarbeitung der Entwicklung dieser Methode in den Jahren nach der Erstbeschreibung, die Darstellung wichtiger Meilenstein-Studien sowie deren Einfluss auf die tägliche Praxis in unserem Elektrophysiologielabor. Zusätzlich sollen Verbesserungen der Methode aufgezeigt werden, welche Jahr für Jahr zu einer deutlichen Abnahme relevanter Komplikationen geführt haben und welche Thema einiger wissenschaftlichen Arbeiten unseres Labors waren. Methodik: 700 konsekutive Patienten (80 % männlich, 56 ± 10 Jahre) mit medikamentös therapierefraktärem und hochsymptomatischem VHF (2,8 ± 1,3 unwirksame antiarrhythmische Medikamente) wurden zwischen Dezember 2000 und Dezember 2009 bei den Elisabethinen Linz einer linksatrialen RFA unterzogen. Alle demographischen sowie prozedurbezogenen Daten wurden im zeitlichen Kontext gegenübergestellt. Bei einer Anzahl von 1,3 ± 0,5 Prozeduren pro Patient ergibt sich eine Gesamtzahl von 952 VHF-Ablationen. Ergebnisse: Gemeinsamer Endpunkt aller RFA-Prozeduren für VHF ist nach wie vor die elektrische Diskonnektion der Pulmonalvenen (PV). Wurde zu Beginn noch eine segmental ostiale PV-Isolation durchgeführt, wird heute eine weite, zirkumferenzielle Isolationslinie zur Vermeidung von PV-Stenosen bevorzugt. Die Einführung elektroanatomischer Ortungssysteme erlaubte die dreidimensionale Lokalisation des Ablationskatheters, welche bisher nur fluoroskopisch erfolgt war, mit konsekutiver Senkung der Strahlenbelastung. In weiterer Folge konnten CT- oder Ultraschalldaten mit der elektroanatomischen Information verschmolzen werden und zu einer Verbesserung des Prozedurerfolges (aktuell 78–82 % für paroxysmales und 65–73 % für persistierendes VHF) bei gleichzeitiger Senkung der Komplikationsrate (aktuell um 1 % relevante Komplikationen) beitragen. Schrittweise kam es zur Einführung zusätzlicher linksatrialer Ablationslinien sowie zur RFA komplex fraktionierter Elektrogramme, um den Ablationserfolg bei persistierendem VHF (31 % der Patienten) zu verbessern. Schlussfolgerung: Mit der RFA von VHF steht uns heute eine potenziell kurative Methode in der Therapie von VHF zur Verfügung, welche an langjährig erfahrenen Zentren mit großer Fallzahl sicher angewendet werden kann. Ständige Weiterentwicklung und Evaluierung führten an der Elektrophysiologie der Elisabethinen Linz in den vergangenen 10 Jahren zu einer Verbesserung des Prozedurerfolges bei deutlich sinkender Komplikationsrate.
 
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