Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
Artikel   Bilder   Volltext

Mobile Version
A-  |   A  |   A+
Werbung
 
Summary
Gakis G, Stenzl A  
Malignome der Prostata bei Patienten mit invasivem Harnblasenkarzinom: Onkologische Auswirkungen auf mögliche apexerhaltende Zystektomieverfahren

Journal für Urologie und Urogynäkologie 2010; 17 (4) (Ausgabe für Österreich): 12-15
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2010; 17 (4) (Ausgabe für Schweiz): 14-17

Volltext (PDF)    Summary    Praxisrelevanz    Abbildungen   

Abb. 1: PSA-Wert



Keywords: HarnblaseKarzinomOnkologieProstataUrologie

Einleitung: Aktuelle Studien legen nahe, dass Zystektomien mit Erhalt des Prostataapex bei Patienten mit invasivem Harnblasenkarzinom die postoperative Kontinenz und erektile Funktion verbessern können. Jedoch existieren Bedenken hinsichtlich des postoperativen onkologischen Ergebnisses. Material und Methoden: Zwischen 2004 und 2007 wurden die klinischen und histologischen Parameter von 95 konsekutiven, radikal zystektomierten Patienten mit invasivem Harnblasenkarzinom hinsichtlich eines im Prostataapex lokalisierten Malignoms sowie der prä- und postoperativen PSA-Werte untersucht. Ergebnisse: Ein inzidentelles Prostatakarzinom (PCa) wurde histologisch bei 26 von 95 Patienten (27,4 %) nachgewiesen, wobei 7 hiervon im Prostataapex lokalisiert waren (mittleres Alter: 69 Jahre). Der mittlere präoperative PSA-Wert lag bei 3,3 ± 0,8 ng/ml (0,2–14) und war postoperativ unterhalb der Nachweisgrenze bei allen Patienten (mittleres Follow-up: 14,3 Monate; 3–32). Der präoperative Gesamt-PSAWert lag bei im Prostataapex lokalisierten PCa bei 5,7 ± 2,0 ng/ml (0,22–14) im Vergleich zu 2,0 ± 0,6 ng/ml (0,2–9) beim außerhalb des Prostataapex lokalisierten PCa (p < 0,04). Weitere 7 der 95 (7,4 %) Patienten wiesen ein Urothelkarzinom im Prostataapex ohne weitere pathologische Hinweise in der präoperativen transurethralen Resektion auf. Schlussfolgerungen: Basierend auf unseren Daten trägt ein apexerhaltendes Zystektomieverfahren bei Patienten mit invasivem Harnblasenkarzinom ein Gesamtrisiko von 14,8 % für einen Verbleib von Malignomgewebe in situ und ist deshalb nicht zu empfehlen. Weiterhin waren die PSA-Werte bei im Prostataapex lokalisierten PCa signifikant erhöht. Keiner der präoperativen Parameter konnte ein Malignom im Prostataapex sicher ausschließen.
 
copyright © 2003–2017 Krause & Pachernegg GmbH | Sitemap | Impressum
 
Werbung