Kaufmann B, Glaser F EKG-Beispiel: Leiterdiagramm für Experten Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2024; 31 (9-10): 246-249 Volltext (PDF) Übersicht | ||||||||
Abbildung 4: EKG EKG einer 78-jährigen Patientin. Grundrhythmus Sinusrhythmus mit einer Frequenz von 88/min. Es besteht ein „Group Beating“; nach 3 PQRST-Zyklen mit zunehmender PQ-Verlängerung ist regelhaft eine Pause zu beobachten. Alle QRS-Komplexe vor den Pausen weisen am Ende Deformierungen auf, die schmal, spitz und in III negativ sind (A, Pfeile). Es handelt sich um ein 2-Bahn-Phänomen mit einem AV-nodalen Reentry: Die letzte AV-Überleitung vor der Pause (PQ-Zunahme von 350 auf 440 msec) erfolgt aufgrund einer Blockierung des Fast Pathway (β) über den Slow Pathway (α), und wird über den Fast Pathway retrograd auf die Vorhöfe zurückgeleitet (eine Umkreisung, Reentry). Durch Reset des Sinusknotens entsteht eine Pause. In V₁ verursacht die retrograde simultane atriale Aktivierung eine schmale, positive P-Welle („Rabbit Ear“, B, Pfeil), wie bei einer typischen AV-Knoten-Reentry-Tachykardie. Dieser Mechanismus wird mittels Leiterdiagramm (B unten) und auch schematisch (C) dargestellt. Es besteht eine Kombination aus AV-Überleitungsstörung, und 2-Bahn-Physiologie. Aufgrund der auf den ersten Blick schwer zu erkennenden retrograden P-Welle wird dieses Phänomen auch „Empty Wenckebach“ genannt. Nachdem hier der AVN-Reentry Vorhof und Kammer erreicht, ist das Konzept der Common Pathways hier nicht erforderlich, um den Erregungsablauf darzustellen. Aus: [Rohla M, Glaser F, Littmann L. EKG-Beispiel: AV-Block II. Grades Typ „Empty“ Wenckebach. J Kardiol 2003; 10: 394]. |
Abbildung 4: EKG
EKG einer 78-jährigen Patientin. Grundrhythmus Sinusrhythmus mit einer Frequenz von 88/min. Es besteht ein „Group Beating“; nach 3 PQRST-Zyklen mit zunehmender PQ-Verlängerung ist regelhaft eine Pause zu beobachten. Alle QRS-Komplexe vor den Pausen weisen am Ende Deformierungen auf, die schmal, spitz und in III negativ sind (A, Pfeile). Es handelt sich um ein 2-Bahn-Phänomen mit einem AV-nodalen Reentry: Die letzte AV-Überleitung vor der Pause (PQ-Zunahme von 350 auf 440 msec) erfolgt aufgrund einer Blockierung des Fast Pathway (β) über den Slow Pathway (α), und wird über den Fast Pathway retrograd auf die Vorhöfe zurückgeleitet (eine Umkreisung, Reentry). Durch Reset des Sinusknotens entsteht eine Pause. In V₁ verursacht die retrograde simultane atriale Aktivierung eine schmale, positive P-Welle („Rabbit Ear“, B, Pfeil), wie bei einer typischen AV-Knoten-Reentry-Tachykardie. Dieser Mechanismus wird mittels Leiterdiagramm (B unten) und auch schematisch (C) dargestellt. Es besteht eine Kombination aus AV-Überleitungsstörung, und 2-Bahn-Physiologie. Aufgrund der auf den ersten Blick schwer zu erkennenden retrograden P-Welle wird dieses Phänomen auch „Empty Wenckebach“ genannt. Nachdem hier der AVN-Reentry Vorhof und Kammer erreicht, ist das Konzept der Common Pathways hier nicht erforderlich, um den Erregungsablauf darzustellen. Aus: [Rohla M, Glaser F, Littmann L. EKG-Beispiel: AV-Block II. Grades Typ „Empty“ Wenckebach. J Kardiol 2003; 10: 394]. |
