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Die Bedeutung des Wahns für die Risikoeinschätzung delinquenten Verhaltens schizophrener Patienten // Schizophrenia and Violence – The Impact of Delusions on Risk Assessment Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2018; 19 (3): 104-110 Volltext (PDF) Summary Abbildungen Keywords: Delinquenz, Psychiatrie, Schizophrenie, Wahn, delusions, risk assessment, schizophrenia, violence Schizophrenia is associated with a moderately and stable increased risk of violent behavior. In general, an association between delusions and violence has been repeatedly reported, however, the significance of most of the previous studies is limited due to methodological problems. Our data show a more differentiated picture. In comparison with all other delusional themes, systematized persecutory delusions with a high level of delusional drive (severe violence: 3,3 ± 1,8, low violence: 2,0 ± 1,3, no violence: 2,7 ± 1,6) and a feeling of vital threat (severe violence: 70,7 %, low violence: 16,7 %, no violence 46,1 %) are associated with serious violent offences. With less serious offences, delusions play only a minor role. In these cases, social factors are of major importance. In gener al, with regard to delusional symptomatology a substantial overlap between violent and non-violent patients does exist.
Kurzfassung: Schizophrenie ist mit einem
moderaten, aber stabil erhöhten Risiko für
gewalttätiges Verhalten verbunden. Ein grundsätzlicher
Zusammenhang zwischen Wahn und
Delinquenz ist seit langem bekannt, die Aussagekraft
der meisten Untersuchungen ist jedoch
aufgrund methodischer Probleme beschränkt.
Die hier vorgestellten Daten zeigen demgegenüber
ein differenzierteres Bild. Ein systematisierter
Verfolgungswahn mit hoher Wahndynamik
(schwere Gewalt: 3,3 ± 1,8, leichte Gewalt:
2,0 ± 1,3, keine Gewaltanamnese: 2,7 ± 1,6), in
dem sich der Betroffene als vital bedroht erlebt
(schwere Gewalt: 70,7 %, leichte Gewalt:
16,7 %, keine Gewaltanamnese: 46,1 %), führt
statistisch signifikant häufiger als andere
Wahnphänomene zu schweren Gewaltdelikten.
Im Vergleich dazu hat Wahn als Tatmotiv
bei leichteren Delikten eine wesentlich geringere
Bedeutung, hier ist der Einfluss sozialer
Faktoren deutlicher. Darüber hinaus geht aus
der vorliegenden Untersuchung hervor, dass
bezüglich der Wahnphänomene ein breiter
Überlappungsbereich zwischen delinquenten
und nicht-delinquenten Schizophreniekranken
existiert. |
