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Gromoll J et al.  
„Essener Manifest“ zur Förderung der Reproduktionsforschung in Deutschland // „Essener Manifest“ to support Research in Reproduction in Germany

Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2020; 17 (4): 164-168

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Keywords: ARTForschungsförderungReproduktionRisikoVolksgesundheit

During a network meeting on Reproduction in March 2019 in Essen, Germany, more than 70 scientists with the participation of German Research Foundation (DFG) representatives, critically looked at the current situation and future demands on research in reproduction in Germany. These considerations were compiled and presented at the 8th DVR Congress (DVR is the umbrella organization of reproductive biology and medicine societies in Germany) in Leipzig (5.–7. December 2019) and further refined in cooperation with the DVR member societies. The present „Essener Manifest“ is the result of these discussions. There is a broad consensus that the causes of infertility, the effects of assisted reproductive techniques, as well as factors acting during pregnancy from the environment, can have serious implications for the health of the prospective parents, their children and subsequent generations. Since the dimension of these risks are not clear yet, it is of pivotal importance to i) raise public awareness for reproductive health issues and ii) to strengthen reproductive research in the future. For a sustainable setting for reproductive research, which is particularly interdisciplinary and translational, research alliances must be established to study the mid- to long-term consequences. This would represent a significant investment in the health of future generations.
Kurzfassung: Im Rahmen eines Netzwerktreffens zur Reproduktionsforschung im März 2019 in Essen haben sich über 70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Beteiligung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) kritisch mit der aktuellen Situation und den zukünftigen Anforderungen an die Reproduktionsforschung in Deutschland auseinandergesetzt. Die Überlegungen wurden beim 8. Kongress des Dachverbands Reproduktionsbiologie und -medizin (DVR) in Leipzig (5.–7. Dezember 2019) vorgestellt und in Zusammenarbeit mit den DVR-Gesellschaften weiterentwickelt. Das vorliegende „Essener Manifest“ ist das Ergebnis dieser Diskussionen. Es herrscht Konsens, dass die reproduktive Gesundheit eine wesentliche Basis für die Gesundheit unserer Gesellschaft bildet und dass die Reproduktionsforschung, die in besonderem Maße interdisziplinär und translational ist, in Deutschland durch die Etablierung von Forschungsverbünden langfristig gestärkt werden muss. Reproduktion und reproduktive Gesundheit sind zentrale Bedürfnisse und Rechte des Menschen. In der urbanen Gesellschaft beobachten wir, dass sozio-ökonomische Faktoren sowie endokrin-wirkende Umweltfaktoren massive negative Auswirkungen auf die reproduktive Gesundheit haben können. Diese beeinflussen die normale Keimzellbildung und führen zu einem Anstieg der Infertilität. Die Behandlung von Fertilitätsstörungen z. B. durch assistierte Reproduktionstechniken und Medikamente sind meist erfolgreich, bergen aber Risiken für die Gesundheit der Betroffenen und die der nachfolgenden Generationen. Zusätzlich sind die Einflüsse exogener sowie endogener Faktoren auf die intrauterine Entwicklung der Föten und deren langfristige gesundheitliche Folgen bisher kaum abschätzbar. Um die grundlegenden Zusammenhänge aufzuklären und darauf aufbauend neue, risikofreie Therapieansätze und gesundheitserhaltende Strategien entwickeln zu können, müssen in Deutschland reproduktionsmedizinische Forschungsprogramme etabliert werden. Wir brauchen eine starke und innovative Reproduktionsforschung, um die Gesundheit nachkommender Generationen zu gewährleisten.
 
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