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Binder RK  
Vorhofohrverschluss // Left atrial appendage occlusion

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2020; 27 (11-12): 396-400

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Keywords: AntikoagulationSchlaganfallThromboembolieVorhofflimmern

In the presence of additional risk factors atrial fibrillation (AF) is associated with systemic thromboembolism. Oral anticoagulation (OAC) significantly reduces the risk of thromboembolism in AF, but increases bleeding rates. The risk of bleeding depends on age and co-morbidities. If the bleeding risk is high or prohibitive, then OAC has no net-clinical-benefit. In AF the main source of thrombi is the left atrial appendage (LAA). Percutaneous occlusion of the LAA excludes this nidus from the blood stream and OAC can be avoided. For patients with high or prohibitive bleeding risk, malcompliance or a contraindication to OAC, percutaneous occlusion of the LAA is the alternative to lifelong OAC.
Kurzfassung: Bei Vorliegen von zusätzlichen Risikofaktoren ist Vorhofflimmern mit Thromboembolien assoziiert. Die Thrombusbildung im Herzen ist vor allem durch Stase im Vorhof, aber auch durch erhöhte Gerinnbarkeit und Endokard-Dysfunktion bedingt. Bei Vorhofflimmern senkt die medikamentöse Antikoagulation das Risiko für Thromboembolien signifikant, erhöht aber gleichzeitig das Blutungsrisiko. Das Nutzen-Risiko-Profil bezüglich Ischämie und Blutung ist von Alter und Vorerkrankungen abhängig. Bei hohem oder prohibitivem Blutungsrisiko hat die Antikoagulation keinen Benefit. Bei Vorhofflimmer-Patienten mit normaler Mitralklappenfunktion werden > 90 % aller intrakardialen Thromben im linken Vorhofohr gefunden. Dort ist die Stase ausgeprägt. Das pathophysiologische Konzept der Thromboembolie besteht in der Entstehung von Thromben ebendort mit anschließender Verschleppung des Gerinnsels mit dem Blutstrom und schließlich embolischem Verschluss von Arterien. Durch den perkutanen Verschluss des linken Vorhofohres kann der häufigste Nidus einer Thrombenbildung bei Vorhofflimmern ausgeschaltet werden. Dadurch kann auf eine permanente Antikoagulation und das damit verbundene Blutungsrisiko verzichtet werden. Für Patienten mit Vorhofflimmern ist die NutzenRisiko-Abwägung der Antikoagulation sowohl initial als auch regelmäßig im Verlauf zu evaluieren. Bei Patienten mit fragwürdiger NutzenRisiko-Abwägung, fehlender Compliance oder Kontraindikation für eine Antikoagulation ist ein perkutaner Vorhofohrverschluss die Alternative zur lebenslangen Antikoagulation.
 
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