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Knuth UA, Uszkoreit M  
Telemedizin bei Kinderwunsch nicht nur in Zeiten der Coronapandemie // Tele-medicine not only during COVID-19 pandemic

Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2021; 18 (1): 29-32

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Keywords: COVID-19-PandemieTelemedizin

In the vast majority of cases, diagnosis and initial treatment of unwanted childlessness is provided by the patient’s general gynecologist, often but not always followed by treatment in a center for reproductive medicine. Whether the history and evaluation of medical data necessarily require the physical proximity of the patient couple and the physician is debatable. Modern methods of telecommunication could very well supplement or even replace this preliminary interaction. The survey of the medical parameters and the subsequent decision on the appropriate treatment could very well be performed by video consultations. Already months prior to the onset of the COVID-19 pandemic, the Professional Association of Gynecologists (BVF) and the Federal Association of Centers for Reproductive Medicine (BRZ) started the development of a telemedical fertility consultation app to support the gynecologists in this particular decision-making process. The participating gynecological practices are networked with a registered fertility center, thus establishing an initial consultation with experts in reproductive medicine. The standardized patient questionnaires are supplemented with current data from a menstrual cycle app. The article discusses the potential of video consultations and the technical requirements, demonstrating billing options and the importance of data protection by the implementation of Data Split®. Making use of the digital infrastructure in Germany, the potential of tele medicine should increasingly be expanded way beyond the COVID-19 pandemic.
Kurzfassung:Diagnostik und erste Behandlung des unerfüllten Kinderwunsches beginnt in den allermeisten Fällen durch den langjährigen Frauenarzt der betroffenen Patientinnen. Die Fortsetzung der Behandlung durch einen Spezialisten der Reproduktionsmedizin schließt sich häufig an. Dabei stellt sich die Frage, ob Anamneseerhebung und Bewertung bereits erhobener Befunde unbedingt die räumliche Nähe von Patientenpaar und Arzt voraussetzt. Moderne Methoden der Telekommunikation könnten diese Interaktion ergänzen oder gar ersetzen. Die Erhebung der Einflussfaktoren und die anschließende Beratung über sinnvolle Behandlungsformen könnten im Rahmen einer Videosprechstunde stattfinden und helfen, die Kinderwunschmedizin zu verbessern. Um die Betreuung durch den Frauenarzt mit reproduktionsmedizinischer Expertise zu ergänzen, haben der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) und der Bundesverband der Reproduktionsmedizinischen Zentren (BRZ) bereits vor der COVID-19-Pandemie ein telemedizinisches Kinderwunschkonsil entwickelt. Die daran teilnehmenden gynäkologischen Praxen sind dabei mit einem eingeschriebenen Kinderwunschzentrum vernetzt. Frauen und Paare können zunächst gemeinsam mit Experten für Reproduktionsmedizin über ein virtuelles Konsil beraten werden. Dabei werden standardisierte Anamnesefragebögen verwendet und diese Angaben mit aktuellen Daten aus einem digitalen Zykluskalender ergänzt, der für die Frauen über eine App verfügbar ist. Das Potenzial einer derartigen Videosprechstunde und die technischen Voraussetzungen werden diskutiert. Abrechnungsmöglichkeiten werden dargestellt. Die Wichtigkeit des Datenschutzes mithilfe des Data Split®-Verfahrens wird erläutert. Auch nach der COVID-19-Pandemie sollten die Möglichkeiten der Telemedizin im Rahmen der Kinderwunschbehandlung verstärkt ausgebaut werden, wozu insbesondere eine Verbesserung der digitalen Infrastruktur in Deutschland dienen muss.
 
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