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May PJ, Fischer M  
Strukturierte Kommunikationsstrategien für Angehörigengespräche im Kontext der Organspende // Structured communication strategies in conversations with relatives in the context of organ donation

Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2021; 22 (2): 80-85

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Keywords: AngehörigeGesprächsführungKommunikationsstrategienOrganspendePsychiatriecommunication strategiesconversationorgan donationrelatives

Conversations on the borderline between life and death, whether in the context of serious, potentially life-threatening illnesses or in connection with organ donation, represent a great challenge and burden for all those involved in the process. For this reason, standardised communication strategies are regularly used.
Based on semi-structured expert interviews with medical transplant officers, who are legally required in Germany and who, as hospital staff, play a key role in organ donation in their institutions, the SPIKES and VALUE methodology are reviewed in an exclusively relativescentred application.
As a result, there are clear indications, based on recurring conversation patterns and conducive structural features, that these protocols are a useful support in crisis-ridden conversations with relatives. However, both the qualitative research results and the current literature emphasise the necessity of carefully adapting conversation techniques, such as SPIKES and VALUE, to the specific needs and characteristics of each individual case.

Kurzfassung: Gespräche im Grenzbereich zwischen Leben und Tod, sei es im Kontext schwerwiegender, potentiell lebensbedrohlicher Erkrankungen oder im Zusammenhang mit einer Organspende, stellen eine große Herausforderung und Belastung für alle Prozessbeteiligten dar. Deshalb kommen hierbei regelmäßig standardisierte Kommunikationsstrategien für eine individuelle, bedürfnis- und unterstützungsorientierte Begleitung der Angehörigen zur Anwendung.
Unter Nutzung eines nach dem S²PS²-Verfahren entwickelten Fragenkatalogs wurden teilstrukturierte Experteninterviews mit ärztlichen Transplantationsbeauftragten durchgeführt und nachfolgend mittels einer inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Anhand der Analyseergebnisse werden die Methoden SPIKES (Kriterien: Setting, Perception, Invitation, Knowledge, Emotions, Strategy) und VALUE (Kriterien: Value, Acknowledge, Listen, Understand, Elicit family questions) in einer ausschließlich angehörigenzentrierten Anwendung im Kontext der Organspende überprüft.
Als Resultat ergeben sich aufgrund wiederkehrender Gesprächsmuster und förderlicher Strukturmerkmale deutliche Hinweise darauf, dass das SPIKES- und das VALUE-Protokoll in krisenhaften Angehörigengesprächen eine sinnvolle Unterstützung darstellen. Sowohl die qualitativen Untersuchungsergebnisse als auch die aktuelle Literatur betonen jedoch die Notwendigkeit, Gesprächstechniken, wie z. B. SPIKES und VALUE, sorgsam und jederzeit an die einzelfallspezifischen Bedürfnisse und Besonderheiten anzupassen.

 
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