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Mueck AO  
Klinische Beurteilung der Gestagene in der Menopausalen Hormontherapie (MHT) // Clinical evaluation of progestogens used in Menopausal Hormone Therapy (MHT)

Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2022; 19 (1): 18-26

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Keywords: GestagenMenopauseMHT

Primary indication for progestogens in MHT is to avoid estrogen-induced endometrial cancer. Progesteron has the least endometrial efficacy but is used increasingly (together with transdermal estradiol) because it is neutral in vascular and metabolic systems and possibly may have a lower risk of breast cancer. Comparable is dydrogesterone, the retro-isomer of progesterone, but with higher endometrial efficacy. However, also other progestogens (including tibolone) are used to take ad vantage of the androgenic, anti-androgenic and anti-mineralocorticoid “partial effects”. Based on the results of the Women‘s Health Initiative Study the use of progestogens in MHT can cause an increased risk of breast cancer and coronary artery dis- ease. Using different progestogens this is confirmed in various observational studies, which also suggest an increased progestogen-dependent risk of stroke. Since with every MHT early start can reduce cardiovascular risk or even act preventive, the decisive question remains, if there may be a screening regarding already known mechanisms for hormone-dependent development of breast cancer, at least for patients with increased risk of breast cancer. For this, new own research results are described.
Kurzfassung: Die primäre Indikation für die Verwendung von Gestagenen in der MHT ist die Vermeidung eines Estrogen-bedingten Risikos für ein Endometriumkarzinom. Progesteron hat die geringste endometriale Effektivität, wird jedoch zunehmend (zusammen mit transdermalem Estradiol) eingesetzt, wegen vaskulärer und metabolischer Neutralität und möglicherweise einem geringeren Brustkrebsrisiko. Diesbezüglich weitgehend vergleichbar ist Dydrogesteron, Retroisomer des Progesterons, jedoch mit stärkerer endometrialer Wirksamkeit. Es werden jedoch auch andere Gestagene (inklusive Tibolon) eingesetzt, um androgene, anti-androgene und antimineralokortikoide „Partialwirkungen“ auszunutzen. Auf Basis der „Womens’ Health Initiative“-Studie muss durch die Gestagenkomponente mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs und koronare Herzerkrankungen gerechnet werden. In Beobachtungsstudien wird dies für unterschiedliche Gestagene bestätigt, möglicherweise auch ein durch Gestagen erhöhtes Insultrisiko. Gestagen-bedingte kardiovaskuläre Risiken lassen sich durch einen frühen Behandlungsbeginn mit jeder Form der MHT reduzieren, beziehungsweise kann sogar mit einer Prävention gerechnet werden. Bleibt als wichtigstes Risiko das Brustkrebsrisiko. Da sich dieses mit keiner Form einer MHT ausschließen lässt, wird vorgeschlagen, künftig ein Screening hinsichtlich bekannter Mechanismen der hormonbedingten Brustkrebsentstehung durchzuführen, zumindest für Patientinnen mit erhöhtem Risiko. Dazu werden neue eigene Forschungsergebnisse beschrieben.
 
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