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Therapie des frühen Morbus Parkinson Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2004; 5 (2): 21-24 Volltext (PDF) Summary Keywords: Amantadin, COMT-Hemmer, Dopaminagonist, Levodopa, MAO-B-Hemmer, Neurologie Levodopa ist weiterhin der Goldstandard in der Therapie des M. Parkinson. Allerdings führt eine Langzeittherapie mit Levodopa bei vielen Patienten zu motorischen Komplikationen. Experimentelle Studien haben gezeigt, daß eine pulsatile Stimulation der Dopaminrezeptoren zur Entwicklung von motorischen Komplikationen beiträgt. Eine initiale Monotherapie mit Dopaminagonisten (DA) wie Cabergolin, Pergolid, Pramipexol oder Ropinirol führt, bei 2- bis 5jährigen Therapieverläufen, seltener zum Auftreten von motorischen Komplikationen. 10-Jahres-Daten einer unlängst publizierten randomisierten Studie zeigen, daß Patienten, die initial mit Levodopa behandelt wurden, signifikant häufiger motorische Komplikationen entwickeln, als Patienten, die zuerst auf Bromocriptin eingestellt wurden, allerdings treten klinisch relevante mäßige oder starke Dyskinesien in beiden Gruppen gleich häufig auf. Außerdem zeigten alle randomisierten Vergleichsstudien einer frühen Levodopatherapie versus einer Initialtherapie mit einem DA eine bessere symptomatische Wirksamkeit von Levodopa. Weiterhin wird eine initiale Monotherapie mit DA empfohlen. Erst wenn keine befriedigende Kontrolle der motorischen Symptome durch eine Monotherapie mit DA erreicht wird, sollte zusätzlich Levodopa gegeben werden. Bei über siebzigjährigen Patienten ist der Einsatz von DA sorgfältig abzuwägen. Falls keine wesentliche Komorbidität, keine Demenz und keine Anamnese von psychiatrischen Symptomen (z. B. medikamenteninduzierte Psychose) vorliegt, kann auch in dieser Subgruppe eine initiale Monotherapie mit DA erfolgen. |
