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Rittmannsberger H  
Kombinationstherapie mit Antipsychotika: Wie ist die Evidenz?

Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2008; 9 (1): 33-41

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Abb. 1: Antipsychotikamedikation Abb. 2: Antipsychotika Abb. 3: Antipsychotika



Keywords: AntipsychotikumPsychiatrieTherapie

Kombinationstherapien mit Antipsychotika (AP) sind in der klinischen Praxis sehr häufig. Diese Arbeit bietet eine Übersicht rezenter Publikationen und errechnet Mittelwerte, aufgeschlüsselt nach den Regionen Europa, Nordamerika und Asien: Für ambulante Patienten betragen die Raten von APKombinationstherapie 36,5 %, 19,2 % und 21,5 %, für stationäre Patienten 44,2 %, 28,7 % und 51,1 %. Der häufigen Verwendung von AP-Kombinationstherapie steht gegenüber, dass gängige Behandlungsrichtlinien eine Monotherapie empfehlen und dass die wissenschaftliche Literatur zur Kombinationsbehandlung mit AP spärlich ist. Fallberichte und offene Studien tendieren mehrheitlich dazu, positive Ergebnisse der Kombinationsbehandlung zu berichten. Leider erlaubt aber hier das Design nicht, auf die Wirksamkeit der Kombination zu schließen. Zurzeit gibt es insgesamt nur 5 randomisierte, kontrollierte Studien zu diesem Thema. Alle Studien untersuchten Patienten mit ungenügendem Ansprechen auf Clozapin, wobei ein zweites AP placebokontrolliert zugegeben wurde. Zwei Studien fanden die Kombinationstherapie (einmal mit Sulpirid, einmal mit Risperidon) besser als Placebo, drei Studien fanden keinen Vorteil der Kombinationsbehandlung (alle drei mit Risperidon). Derzeit ist die Evidenz für eine Kombinationsbehandlung mit AP, im Gegensatz zu ihrer häufigen Verwendung, gering. Mögliche sinnvolle Anwendungen von Kombinationsbehandlungen werden diskutiert.
 
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