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Hahn A et al.  
Probleme der Erfassung des zentralen Atemantriebs bei Kindern mit neuromuskulären Erkrankungen

Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2008; 9 (3): 7-12

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Abb. 1: PI 0,1



Keywords: AtemantriebKindNeurologie

Bei Kindern mit myopathischen Erkrankungen (ME) kann sich mit zunehmender Atemmuskelschwäche eine Hyperkapnie entwickeln. Es ist unklar, welchen relativen Anteil hieran die Schwäche der Atemmuskulatur selbst, Veränderungen von Lungen- und Thoraxmechanik oder ein veränderter Atemantrieb haben. Um dies weiter zu klären, wurden bei 20 gesunden und bei 20 Kindern mit ME der inspiratorische Druck 0,1 s nach Beginn der Inspiration (PI0,1) und der Anteil des PI0,1 am maximalen inspiratorischen Druck (PI0,1/PIMax) bei Ruheatmung und Einatmung von Luft mit einem CO2-Anteil von 3, 5 und 7 % bestimmt. Hierbei entspricht der PI0,1 sowohl dem Atemantrieb als auch der aktuell zur Inspiration aufgewendeten Kraft, während der PI0,1/PIMax den Anteil der aktuell aufgewendeten an der maximalen inspiratorischen Kraft reflektiert. Der PI0,1 unterschied sich bei Ruheatmung nicht zwischen Gesunden und Patienten (2,3 ± 0,7 vs. 2,7 ± 0,9 cmH2O), doch war der PI0,1/PIMax bei Kindern mit ME erhöht (2,7 ± 1,2 vs. 6,2 ± 4,3 %; p < 0,001). Während sich der PI0,1 bei Inhalation der verschiedenen Gasgemische nicht zwischen Gesunden und Patienten unterschied, lag der PI0,1/PIMax in der Patientengruppe jeweils deutlich über dem der Gesunden. Der Anstieg des PI0,1 (4,2 ± 1,9 vs. 3,7 ± 1,5 cm H2O) und des PI0,1/PIMax (5,1 ± 2,9 vs. 7,9 ± 5,7 %) von Ruheatmung bis zur Einatmung von Luft mit einem CO2-Anteil von 7 % unterschied sich aber nicht zwischen Gesunden und Patienten. Ein normaler PI0,1 bei Ruheatmung und ein adäquater Anstieg mit zunehmendem CO2 suggerieren einen normalen Atemantrieb bei Kindern mit ME, doch wenden diese dafür einen höheren Anteil ihrer inspiratorischen Maximalkraft auf. Dies spricht für einen gesteigerten Atemantrieb und seine ungenügende Umsetzung in inspiratorische Kraft. Zur korrekten Beurteilung des Atemantriebs sollte bei Kindern mit ME daher auch die Bestimmung des Quotienten PI0,1/PIMax erfolgen. Dieser Parameter spiegelt darüber hinaus auch die aktuelle Beanspruchung der Atemmuskulatur wider.
 
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