| Wurst FM et al. |
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Direkte Ethanolmetabolite in Blut und Urin: Relevanz in Diagnose und Therapie alkoholbezogener Störungen Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2009; 10 (3): 82-85 Volltext (PDF) Summary Praxisrelevanz Keywords: Ethanol, Psychiatrie Biomarker sind in der Diagnose und Therapie alkoholbezogener Störungen eine nützliche Ergänzung zu Selbstberichten der Patientinnen und Patienten. Traditionelle Biomarker wie Gamma glutamyltraspeptidase und mittleres korpuskuläres Volumen weisen vielfältige Limitationen auf, da es sich um indirekte Marker handelt: Hierzu gehören die Zeitfenster, die sie jeweils abdecken, sowie ein Vielzahl von Parametern wie Alter, Geschlecht, nicht-alkoholbezogene Störungen etc., die die Ergebnisse beeinflussen. Direkte Ethanolmetabolite – Stoffwechselprodukte von Ethanol, die nur nachweisbar sind, wenn Alkohol aufgenommen wurde – sind dagegen direkte Biomarker für Alkoholkonsum. Besondere Beachtung fanden in den vergangenen Jahren insbesondere Ethylglucuronid (EtG), Ethylsulfat (EtS), Phosphatidylethanol (PEth) und Fettsäureethylester (FAEEs). Sie sind hochsensitiv und hochspezifisch, derzeit bereits routinemäßig einsetzbar und decken komplementäre Zeitfenster des Konsumnachweises ab: EtG und EtS im Urin bis zu 7 Tage, PEth im Voll- Aus der 1Univ.-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II, Christian-Doppler-Klinik, SALK und dem 2Institut für Rechtsmedizin, Universitätsklinikum Freiburg. Korrespondenzadresse: Univ.-Prof. Dr. med. Friedrich Martin Wurst, Univ.-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II, Christian-Doppler-Klinik, SALK, PMU, A-5020 Salzburg, Ignaz-Harrrer-Straße 79; E-Mail: f.wurst@salk.at blut 2–3 Wochen. Zusätzlich können EtG und FAEEs in Haaren monatelang nachgewiesen werden. Zum Nachweis unterschiedlicher Alkoholmengen über verschiedene Zeiträume – vom kurzfristigen Konsumereignis kleiner Mengen bis zum längerfristigen Konsumereignis großer Mengen – steht jeweils ein geeigneter Ethanolmetabolit zur Verfügung. Damit eröffnen diese Marker neue Perspektiven in Prävention, interdisziplinärer Kooperation, Diagnose und Therapie alkoholbezogener Störungen. |
