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Medizinprodukte - Labortechnik: Effektiver Schutz vor dem Plötzlichen Herztod: Praktischer Einsatz der LifeVest® in Österreich Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2021; 28 (9-10): 346-348 Volltext (HTML) Abbildungen Effektiver Schutz vor dem Plötzlichen Herztod: Praktischer Einsatz der LifeVest® in ÖsterreichSeit Pandemiebeginn wurde in Österreich ein signifikanter Anstieg von verschleppten Herzinfarkten verzeichnet [1]. Dadurch steigt auch die Bedrohung durch Herzinsuffizienz, die infolge verschiedener Pathologien wie akuter Myokardinfarkt, koronarer Herzkrankheit und Myokarditis auftritt. Um das Bewusstsein für die Gefahren von Herzinsuffizienz weiter zu erhöhen, unterstützte die ZOLL Medical Österreich GmbH im Rahmen des Heart Failure Awareness Day die Veranstaltung „Wandern mit Herzschwäche“ der Arbeitsgruppe für Herzinsuffizienz der Österreichischen Gesellschaft für Kardiologie (ÖKG) und des Österreichischen Herzverbands. Diese Veranstaltung generierte viel Aufmerksamkeit für dieses aktuelle und wichtige Thema und zeigte auf, dass auch bei Herzschwäche ein aktives Leben trotz gesundheitlicher Einschränkungen weitergehen kann. Die LifeVest® Defibrillatorweste schützt dabei in der frühen Phase nach einem akuten kardialen Ereignis effektiv vor dem Plötzlichen Herztod (Sudden Cardiac Death, SCD) und gibt dem Arzt Zeit, die medizinische Therapie zu optimieren. Die LifeVest® Defibrillatorweste (Wearable Cardioverter Defibrillator, WCD) wird Patienten mit Risiko für den Plötzlichen Herztod verschrieben. Dies schließt Patienten mit niedriger linksventrikulärer Ejektionsfraktion (LVEF ? 35 %) nach zuvor erlittenem Herzinfarkt oder neu diagnostizierter Herzinsuffizienz ein. Mehr als 60 % der kardiovaskulären Todesfälle außerhalb des Krankenhauses sind auf den Plötzlichen Herztod zurückzuführen [2]. Das individuelle Risiko ist häufig schwer abschätzbar. Die LifeVest® überwacht das Herz des Patienten kontinuierlich ab der ersten Minute. Wird ein lebensgefährlicher Herzrhythmus erkannt, gibt das Gerät einen elektrischen Behandlungsschock ab, um den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen. Die umfangreiche Evidenz mit Daten von mehr als 20.000 Patienten aus retrospektiven und prospektiven Registern sowie einer großen randomisierten kontrollierten Studie belegt die klinische Effektivität der LifeVest® in der Terminierung ventrikulärer Tachyarrhythmien [3–8]. Wird sie getragen, führt das zu einer signifikanten Reduktion der Gesamtmortalität um 75 % (p < 0,001) und des arrhythmischen Todes um 62 % (p = 0,02) [8]. Für den Patienten Thomas Holzer ist die Weste fester Bestandteil des Alltags. Der 29-jährige Steirer mit Diagnose akute Myokarditis und anhaltenden ventrikulären Tachykardien nahm mit seiner LifeVest® am Wandertag teil. Gemäß Empfehlung der ESC (IIa bei Myokarditis), unterstützt durch die Task Force WCD der ÖKG, ist die Defibrillatorweste für 3 Monate verordnet. Holzer ist überzeugt: „Die LifeVest® ist ein echter Gamechanger. Sie ermöglicht mir, aktiv zu bleiben und wandern zu gehen.“ Patienten können mit Hilfe der LifeVest® ihr alltägliches Leben wie gewohnt weiterführen und haben dabei die Gewissheit, vor dem SCD geschützt zu sein. Herzleistung als primärer RisikoparameterAnlässlich der diesjährigen ÖKG-Jahrestagung veranstaltete ZOLL ein wissenschaftliches Onlinesymposium „Schutz vor dem plötzlichen Herztod – quo vadis?“* Die Expertin Assoc. Prof. PD Dr. Diana Bonderman, Klinik Favoriten, Wien, beantwortete in ihrem Vortrag, welche Patienten Schutz durch den Wearable Cardioverter-Defibrillator benötigen: „Wir sollten uns immer vor Augen führen, dass das Risiko für schwerwiegende Herzrhythmusstörungen in der ersten Zeit nach einem kardialen Ereignis, besonders in den ersten 90 Tagen, deutlich erhöht ist“, so Bonderman, „und die LVEF ist weiterhin der aussagekräftigste Parameter zur Risikostratifizierung.“ *Quelle: Satellitensymposium ZOLL CMS: Schutz vor dem plötzlichen Herztod – quo vadis? 27. 05.2021, ÖKG-Jahrestagung 2021, Salzburg Einer von 20 Herzinfarktpatienten mit einer LVEF < 35 % verstirbt in den ersten 90 Tagen trotz optimaler medikamentöser Therapie und in 50 % der Fälle ist die Ursache ein SCD [3]. „Als Ergänzung zur LVEF werden weitere Risikoprädiktoren untersucht, vor allem die Herzfrequenz ist interessant. Hier kann die LifeVest® mit ihrer Monitoringfunktion eine wichtige Funktion als Langzeit-EKG-Tool übernehmen“, erläuterte Bonderman. Assoc. Prof. PD Dr. Daniel Scherr, Medizinische Universität Graz, teilt diese Einschätzung: „Die Weste kann mehr als nur schocken: EKG-Überwachung und Arrhythmiedetektion, Compliance-Monitoring, Herzinsuffizienzmonitoring. Durch die Analyse von akustischen Biomarkern, Aktivitätsmonitoring wie Schrittzählung und Körperpositionsmessung und die Möglichkeit eines täglichen Health-Surveys sind die Einsatzmöglichkeiten vielfältig – nutzen wir dieses Potenzial.“ Exzellente Compliance in ÖsterreichIn Österreich wurden mittlerweile weit über 1000 Patienten mit dem WCD versorgt. Die Daten des nationalen WCD-Registers zeigen eine tägliche Tragedauer im Median von 23 Stunden [9]. „Das sind wirklich gute Ergebnisse“, so Scherr. Einen weiteren Grund für die gute Situation in Österreich sieht Prim. PD Dr. Matthias Frick, Landeskrankenhaus Feldkirch, in der Verordnungssituation: „Die Verordnung ist in Österreich einfach geregelt.“ In Österreich ist die Verordnung der Defibrillatorweste seit Jänner 2020 über ein sogenanntes „Dual-System“ erstattungsfähig, dabei werden die Kosten zu gleichen Teilen vom Dachverband der Sozialversicherungsträger und vom Landesgesundheitsfonds übernommen. Literatur: Corona: Erhöhte Zahl an verschleppten Herzinfarkten. https://www.meduniwien.ac.at/web/ueber-uns/news/neews-im-februar-2021/corona-erhoehte-zahl-an-verschleppten-herzinfarkten/ (zuletzt gesehen: 03.09.2021) Adabag AS, et al. Sudden cardiac death: epidemiology and risk factors. NRC 2010; 4: 216. Olgin JE, et al. Wearable cardioverter-defibrillator after myocardial infarction. NEJM 2018; 379: 1205–15. Benjamin EJ et al. Heart disease and stroke statistics – 2017 Update: A report from the American Heart Association. Circulation 2017; 135: e146–e603. Halkin A, et al. Prediction of mortality after primary percutaneous coronary intervention for acute myocardial infarction: the CADILLAC risk score. J Am Coll Cardiol 2005; 45: 1397–405. Epstein AE, et al. Wearable cardioverter-defibrillator use in patients perceived to be at high risk early post-myocardial infarction. JACC 2013; 62: 2000–7. Wäßnig N, et al. Experience with the wearable cardioverter-defibrillator in patients at high risk for sudden cardiac death. Circulation 2016; 134: 635–43. Olgin JE, et al. Impact of wearable cardioverter-defibrillator compliance on outcomes in the VEST trial: As-treated and perprotocol analyses. J Cardiovasc Electrophysiol 2020; 31: 1009–18. Odeneg T, Ebner C, Mortl D, et al. Indications for and outcome in patients with the wearable cardioverter-defibrillator in a nursebased training programme: results of the Austrian WCD Registry. Eur J Cardiovasc Nurs 2019; 18: © 2021 ZOLL Medical Corporation. ZOLL und LifeVest sind Warenzeichen und/oder eingetragene Warenzeichen der ZOLL Medical Corporation in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern. Weitere Informationen: ZOLL CMS GmbH Cardiac Management Solutions Robert Küller Telefon: +49 (0)2236 8787-659 |
