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Junge Forschung im Fokus: Die OPIF-Studie Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2023; 20 (6): 268-269 Volltext (PDF) Volltext (HTML) Junge Forschung im FokusDie OPIF-StudieT. Eggersmann HintergrundVorzeitige ovarielle Erschöpfung (POI), geringe ovarielle Reserve und damit einhergehend die altersbedingte Infertilität sind zentrale Herausforderungen in der Reproduktionsmedizin. Unter physiologischen Umständen befinden sich die meisten Follikel des weiblichen Ovars lebenslang in einem Ruhezustand, bevor sie schließlich atretisch werden. Histologische Untersuchungen haben gezeigt, dass der ovarielle Follikelpool erst mit Beginn der 70. Dekade [1] einer Frau vollständig aufgebraucht ist, so dass sich die zentrale Frage stellt, ob und wie dieser Pool aus oogonialen Stammzellen [2, 3] zu reaktivieren ist. Verschiedene Ansätze, um Stammzellen im weiblichen Ovar zu reaktivieren, sind in den letzten Jahren berichtet worden. Dabei spielt die intraovarielle Injektion von autologem plättchenreichem Plasma (PRP) eine große Rolle. FragestellungDie OPIF-Studie (OPIF = Ovarian PRP [Platelet Rich Plasma] Injection for Follicular Activation, NCT05279560) ist eine klinisch-interventionelle placebokontrollierte randomisierte Studie, die den Effekt einer Behandlung der Eierstöcke mit PRP (plättchenreichem Plasma) bei Frauen mit vorzeitiger ovarieller Erschöpfung und niedriger ovarieller Reserve untersucht. Das Studienprotokoll ist in Abbildung 1 dargestellt. Es handelt sich hierbei um ein noch laufendes Forschungsvorhaben, die Ergebnisse werden zu einem späteren Zeitpunkt publiziert. MethodenIm Rahmen der Studie wird aus dem Vollblut der Teilnehmerinnen (n = 140) durch Zentrifugation (5 min, 1500 U/min) PRP im Arthrex ACP® (DIN ISO 13485) gewonnen, welches in einer Menge von 2,5–5 ml transvaginal meist in einer kurzen Dämmerschlafnarkose mittels einer 17 G einlumigen Nadel in die Eierstöcke injiziert wird. Studienteilnehmerinnen werden in einem 4:1 Randomisierungsschlüssel am Tag der OP der Studiengruppe oder der Kontrollgruppe zufällig zugeteilt. Der Vorteil des Doppelspritzensystems ist die einfache und sterile Separation von Leukozyten und Erythrozyten von plättchenreichem Plasma, das aus zahlreichen Zellen und Botenstoffen wie PDGF, TGF-?, IGF-I, VEGF, EGF und bFGF, die für die Differenzierung und Regeneration verantwortlich sind, besteht (siehe Abb. 2–5). Bei sofortiger Applikation ist eine Antikoagulation nicht notwendig. Nach der PRP- (Studiengruppe) bzw. Kochsalz-Injektion (Placebogruppe) wird in beiden Gruppen zwei Zyklen lang transdermales Testosteron (Testogel® 10,12 mg/Tag = 1/2 Hub/Tag) angewendet, gefolgt von einer ovariellen Stimulation im GnRH-Antagonisten-Protokoll (300 I.E. Follitropin alpha, 150 I.E. Lutropin alpha, Pergoveris®) und anschließender IVF-/ICSI-Therapie. ErgebnisparameterDer primäre Ergebnisparameter ist die nach Stimulation gewonnene Eizellzahl. Als sekundäre Endpunkte werden u. a. Schwangerschaftsrate, Lebendgeburtrate, Kindsgesundheit und die Lebensqualität/Schmerzempfindung der Patientinnen während der Behandlung erhoben. Des Weiteren ist eine Langzeitbeobachtung von bis zu 5 Jahren geplant, um die Frage der Sicherheit der Injektion für unsere Patientinnen beantworten zu können. Literatur: 1. Gougeon A, Ecochard R, Thalabard JC. Age-related changes of the population of human ovarian follicles: increase in the disap- pearance rate of non-growing and early-growing follicles in aging women. Biol Reprod 1994; 50: 653–63. 1. Martin JJ, Woods DC, Tilly JL. Implications and current limita- tions of oogenesis from female germline or oogonial stem cells in adult mammalian ovaries. Cells 2019; 8: 93. 2. Scott Sills E. The scientific and cultural journey to ovarian reju- venation: background, barriers, and beyond the biological clock. Medicines 2021; 8: 29. Korrespondenzadresse: Dr. med. Tanja K. Eggersmann Facha?rztin fu?r Frauenheilkunde und Geburtshilfe Universita?res Kinderwunschzentrum Lu?beck und Manhagen Zentrum fu?r Gyna?kologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin am Universita?tsklinikum Schleswig Holstein Universita?re Kinderwunschzentren GmbH Ratzeburger Allee 111–125, D-23562 Lu?beck Hansdorfer Landstraße 9, D-22927 Großhansdorf (Klinik Manhagen) E-Mail: TanjaKristina.Eggersmann@uksh.de Seit 2016 engagiert sich der BRZ, gemeinsam mit dem Journal fu?r Reproduktionsmedizin und Endokrinologie sowie dem Rubrik-Herausgeber Najib N. R. Nassar (Mitglied des BRZ) bei der Unterstu?tzung der Jungen Forscher und Forscherinnen und ihren Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin und den angrenzenden Wissenschaften in Deutschland. Um den Nachwuchs zu erreichen, werden im Rahmen des BRZ-Preises „Junge Forschung“ die professionell erstellten Videos über den Forschungsgegenstand und das Team auf allen modernen Kommunikationswegen verbreitet und die Darstellung des Projektes im Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie ermöglicht. Ziele der Initiative:
Bewerbungen an brz@repromed.de und nassar@ivfzentrum.de |
