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Effekte psychosozialer Interventionen auf Lebensqualität und Schwangerschaftsraten bei infertilen Frauen und Männern – ein Update // Effects of psychosocial interventions on quality of life and pregnancy rates in infertile couples – an update

Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2025; 22 (2): 59-63

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Keywords: KinderwunschberatungMeta-AnalysePsychotherapieReproduktionsmedizinsystematischer Reviewinfertility counselingmeta-analysispsychotherapysystematic review

Effekte psychosozialer Interventionen auf Lebensqualität und Schwangerschaftsraten bei infertilen Frauen und Männern – ein Update

T. Wischmann

Eingelangt am: 19.11.2024, angenommen nach Revision am: 27.01.2025 [verantwortlicher Rubrikherausgeber: H. Kentenich, Berlin]

Aus der Privatpraxis für Supervision und Analytische Psychologie, Heidelberg, Deutschland

Korrespondenzadresse: Prof. Dr. Tewes Wischmann, Privatpraxis für Supervision und Analytische Psychologie, c/o PIH, Ringstraße 19a, D-69115 Heidelberg, Deutschland,
E-Mail: praxis@dr-wischmann.de

Kurzfassung: Ziel: Frauen und Männern mit Fertilitätsstörungen werden – neben medizinisch assistierter Reproduktion – auch psychosoziale Interventionen empfohlen. Allerdings sind deren Wirkungen auf die Lebensqualität und auf die Schwangerschaftsraten nicht gesichert.

Methoden: Nachfolgend zu Wischmann T. 2017 [1] werden hier die seit 2016 erschienenen Meta-Analysen von randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) zur Wirksamkeit psychosozialer Interventionen bei Fertilitätsstörungen referiert und evaluiert.

Ergebnisse: Es konnten 15 Meta-Analysen von RCTs identifiziert werden. Insgesamt ergeben sich bei Frauen positive Effekte in Bezug auf Depressivität und tendenziell auf Ängstlichkeit. Erhöhte Schwangerschaftsraten erscheinen aufgrund einzelner Studienausreißer fragwürdig.

Fazit: Trotz der Vielzahl der zwischenzeitlich erschienenen Meta-Analysen lassen sich mehr als zwanzig Jahre nach dem ersten Review zum Thema von Boivin [2] immer noch keine konsistenten Aussagen zu den Effekten psychosozialer Interventionen bei Fertilitätsstörungen machen. Auch wenn es Hinweise auf positive Effekte bezüglich Depressivität, Ängstlichkeit und Schwangerschaftsraten bei Frauen mit Kinderwunsch gibt, verunmöglichen die sehr große Heterogenität und insbesondere die methodischen Unzulänglichkeiten der vorliegenden RCTs weiterhin eine zusammenfassende valide Bewertung der Effekte.

Schlüsselwörter: Kinderwunsch-Beratung, Psychotherapie, systematischer Review, Meta-Analyse

Abstract: Effects of psychosocial interventions on quality of life and pregnancy rates in infertile couples – an update. Aim: In addition to medically assisted reproduction, psychosocial interventions are also recommended for women and men with fertility problems. However, their effects on quality of life and pregnancy rates are not certain.

Methods: Following on from Wischmann T, 2017 [1], the meta-analyses of randomized controlled trials (RCTs) published since 2016 on the effectiveness of psychosocial interventions for fertility disorders are reported and evaluated here.

Results: 15 meta-analyses of RCTs were identified. Overall, there were positive effects in women in relation to depression and a tendency towards anxiety. Increased pregnancy rates appear questionable due to individual study outliers.

Conclusion: Despite the large number of meta-analyses that have been published in the meantime, more than twenty years after the first review on the topic from Boivin [2], it is still not possible to make any consistent statements on the effects of psychosocial interventions in fertility disorders. Even if there is evidence of positive effects on depression, anxiety and pregnancy rates in women who wish to have children, the great heterogeneity and, in particular, the methodological shortcomings of existing RCTs continue to make a summarized valid evaluation of these effects impossible. J Reproduktionsmed Endokrinol 2025; 22 (2): 59–63.

Keywords: infertility counseling, psychotherapy, systematic review, meta-analysis

Einleitung

Ungewollte Kinderlosigkeit wird von den meisten betroffenen Personen als emotional belastend erlebt [3]. Dazu kommt die medizinisch assistierte Reproduktion (MAR) mit ihrer „Achterbahn der Gefühle“, die oft eine zusätzliche Belastung darstellt [4]. Angststörungen, Depressionen oder Stress im Rahmen der MAR führen allerdings nicht per se zu negativem Outcome (erniedrigte Schwangerschaftsrate) [5–7], außer es liegt eine verhaltensbedingte Fertilitätsstörung vor [8]. Schließlich ist noch immer der Misserfolg einer IVF- (In-vitro-Fertilisation-) oder ICSI- (intrazytoplasmatische Spermieninjektion-) Behandlung wahrscheinlicher als der Erfolg [9], so dass ein Großteil der Paare die MAR ohne Kind beendet muss [10].

Aus diesen genannten Gründen werden – sofern verfügbar – betroffenen Frauen und Männern psychosoziale Interventionen (z. B. Beratungsgespräche) zur Unterstützung empfohlen. Die Effekte solcher Interventionen sind jedoch unklar, zumindest aus wissenschaftlicher Sicht. Eine in dieser Zeitschrift 2017 veröffentlichte Übersichtsarbeit zum Thema kam zum Fazit, dass „sich immer noch keine zuverlässigen Aussagen über die Effekte“ zu psychosozialen Interventionen bei Fertilitätsstörungen machen lassen können [1]. Wie der aktuelle Wissenstand dazu jetzt ist, wird im nachfolgenden Update dieser Arbeit dargestellt werden.

Material und Methode

Im April 2024 wurde eine Artikelsuche (nur englischsprachig) in PubMed mit folgendem Such-String durchgeführt: „(((((infertil*) AND (psych*)) AND (intervention*)) AND (review*)) AND (meta-­analys*)) AND ((„2016“[Date – Publication] : „3000“[Date – Publica­tion]))“. Die Suche wurde ab Publika­tionsdatum 2016 durchgeführt, da vorherige Artikel bereits in [1] aufgenommen worden waren. Weiterhin beschränkte sich die Suche auf Artikel mit systematischen Reviews und Meta-Analysen, um einen möglichst hohen wissenschaftlichen Standard abzubilden.

Diese Suche ergab 39 Treffer, die „manuell“ gesichtet und bewertet wurden; übrig blieben 28 Publikationen (s. Tab. 1). Bei Beschränkung ausschließlich auf Meta-Analysen von randomisiert kontrollierten Studien (RCTs) verbleiben 15 Studien in der Auswertung (fett markiert in Tab. 1).

Ergebnisse

Die Auswertung dieser 15 Analysen ergab sehr heterogene allgemeine und spezifische Ergebnisse (s. Tab. 1): So waren in manchen Analysen nur spezifische psychologische Verfahren evaluiert worden, z. B. nur Musiktherapie in [11], nur „Mindfulness-basierte“ Studien in [12], oder es waren nur spezifischen Settings einbezogen worden, z. B. nur Gruppeninterventionen in [13]. Da in den den jeweiligen Meta-Analysen zugrunde gelegten Studien überwiegend ausschließlich Frauen untersucht worden waren, lassen sich die hier berichteten Effekte nur auf diese Gruppe verallgemeinern.

In Bezug auf psychologische Variablen (wie z. B. Depressivität, Ängstlichkeit, subjektiver Disstress, Lebensqualität, Partnerschafts- und sexuelle Zufriedenheit) zeigen die Ergebnisse zusammengefasst, dass Depressivität bei Frauen nach den Ergebnissen vieler Meta-Analysen durch psychosoziale Interventionen positiv beeinflusst wird. Gleiches – wenn auch nicht so eindeutig – lässt sich in Bezug auf Ängstlichkeit sagen, während die Ergebnisse zu (fertilitätsbezogenem) Disstress, Lebens- und Partnerschafts­zufriedenheit inkonsistent sind. Bezüglich Schwangerschaftsraten ergibt sich zusammengefasst eine insgesamt leichte Erhöhung der Schwangerschaftsraten nach psychosozialen Interventionen, wobei hier kein (psycho-) therapeutischer Ansatz eindeutig überlegen scheint.

Diese (tendenziellen) Ergebnisse werden allerdings durch viele Einschränkungen stark relativiert. Exemplarisch sollen hier die Kritikpunkte von [14–16] aufgeführt werden. Dube et al. [14] machen darauf aufmerksam, dass knapp die Hälfte (n = 25) der analysierten 51 Studien zu psychologischen Effekten im Mittleren Osten durchgeführt wurden und mit einem Hedges‘ g von 1,40 insgesamt eine sehr hohe Effektstärke aufwiesen, während in den anderen Studien (außerhalb des Mittleren Ostens) die kombinierte Effektstärke mit g = 0,23 durchweg klein war [die Effektstärke Hedges‘ g gibt die klinische Relevanz von signifikanten Unterschieden an: bei g < 0,2 sind die Unterschiede klinisch irrelevant, bei g ? 0,8 hingegen sehr bedeutsam]. Eine eindeutige und schlüssige Erklärung für diesen regionalen Unterschied kann die Autorengruppe nicht geben [14].

Koumparou et al. [15] und Kremer et al. [16] gehen differenzierter auf die methodischen Einschränkungen der jeweils untersuchten Reviews und Meta-Analysen ein. So stellte die erstgenannte Autorengruppe fest, dass bei der Untersuchung der Hauptursachen für die Heterogenität die Infertilitätsursache in den vier der untersuchten sechs Meta-Analysen weder untersucht noch erwähnt wurden. Ebenso sei die Spannweite der in den Meta-Analysen miteinander verglichenen psychosozialen Interventionen sehr heterogen: von einem Interventionstypus bis zu 14 verschiedenen Arten. Einzelstudien, welche psychosoziale Interventionen begleitend zu IVF bzw. ICSI untersuchten, wurden zusammengefasst, obwohl unklar blieb, welche Protokolle der MAR angewandt worden waren (z. B. Zahl transferierter Embryonen, Tag des Embryotransfers, im homologen oder im heterologen System [15], p. 237).

Kremer et al. [16] weisen in ihrer differenzierten methodischen Kritik u. A. auf die sehr heterogenen Post-Messzeitpunkte bezüglich der psychologischen Out­come-Variablen (wie Depressivität, Ängstlichkeit) der untersuchten zehn Studien hin: z. B. am Tag der Eizellenpunktion, drei bis sieben Tage vor dem Embryo-Transfer, am Tag des Embryo-Transfers, direkt nach dem Embryo-Transfer, drei Tage vor dem Schwangerschaftstest, am Tag des Schwangerschaftstests, drei Monate nach psychosozialer Intervention. Es erscheint offensichtlich, dass die psychologischen Outcome-Variablen nicht ausschließlich auf die Interventionen, sondern auch auf die jeweiligen Verläufe der MAR zurückzuführen sind. (Wie viele Eizellen konnten punktiert werden? Wie viele Embryonen welcher Qualität wurden transferiert? Was war das Ergebnis des Schwangerschaftstests?)

Bezüglich der Erhöhung der Schwangerschaftsrate durch psychosoziale Interventionen ist auffällig, dass in der Meta-Analyse von [17] zusammengefasst eine OR = 3,85 genannt wird. Diese scheint maßgeblich durch eine Studie geprägt zu sein, in der für die Schwangerschaftsrate eine OR = 14,07 bei 70 „Paaren mit depressivem Partner“ nach kognitiv-behavioraler Psychotherapie plus Gabe eines Antidepressivums berichtet wird (gegenüber 70 nicht-behandelten „Paaren mit depressivem Partner“) [18]. In den 21 von Dube et al. [14] analysierten Studien, die sich mit Schwangerschaftsraten befassten, wurden sechs verschiedene Definitionen der Feststellung einer Schwangerschaft aufgeführt (in vier Studien wurde auf eine solche Definition verzichtet). Ein weiterer Kritikpunkt an den Studien mit Aussagen zu Schwangerschaftsraten ergibt sich aus der Meta-Analyse von [19]: In den dort analysierten 15 RCTs ergab sich zwar eine leicht erhöhte Schwangerschaftsrate nach psychosozialen Interventionen, eine zusammenfassende Aussage über die Lebendgeburtenrate (wie auch über die Abortrate) konnte aber nicht getroffen werden, da diese in den Einzelstudien nicht angegeben worden war. Auch in der Meta-Analyse von Kremer et al. [16] wurden in den 10 dort analysierten Studien keine Geburten­raten berichtet. Die Geburtenraten liegen tatsächlich deutlich unter den klinischen Schwangerschaftsraten [9, 10].

Schlussfolgerungen

Obwohl nach der zusammenfassenden Evaluation von 2017 [1] inzwischen (mindestens) 15 Meta-Analysen von RCTs zu den Effekten psychosozialer Interventionen bei MAR publiziert worden sind, lassen sich immer noch keine konsistenten Aussagen zu den Effekten psychosozialer Interventionen bei Fertilitätsstörungen machen. Auch für das wachsende Angebot an internetbasierten Unterstützungsprogrammen fehlt bisher eine ausreichende wissenschaftliche ­Evaluierung [8].

Obwohl es inzwischen Hinweise auf positive Effekte bezüglich Depressivität und Ängstlichkeit (allerdings nicht eindeutig bezüglich Schwangerschaftsraten) bei Frauen in Kinderwunschbehandlung gibt, verunmöglichen die sehr große Heterogenität und insbesondere die methodischen Unzulänglichkeiten vorliegender RCTs weiterhin eine zusammenfassende valide Bewertung der Effekte. Dafür sind methodisch rigorosere Studien zukünftig dringend notwendig.

Nach Kremer et al. sollten künftige Studiendesigns eine einzige psychosoziale Intervention beinhalten und einheitliche Messzeitpunkte festlegen. Die Studienteilnehmer sollten in der Studie nur einen ART-Behandlungszyklus erhalten, um einen Vergleich der Ergebnisse zu ermöglichen. Die Daten sollten nicht nur bis zum Schwangerschaftstest, sondern idealerweise auch bis zu 9 Monate später erhoben werden [16].

Mit Koumparou et al. ist zu fordern, dass die Durchführung gut konzipierter klinischer Studien auf der Grundlage strenger Kriterien zur Untersuchung spezifischer Infertilitätsursachen, ähnlicher MAR-Behandlungsprotokolle oder bestimmter Arten psychosozialer Interventionen erfolgen sollte, um zu endgültigen Schlussfolgerungen zu gelangen [15].

Dube et al. weisen darauf hin, dass die derzeit verfügbaren allgemeinen psychosozialen Interventionen spezifischer auf den Umgang der Betroffenen mit der Fruchtbarkeitsstörung zugeschnitten werden sollten [14]. Dazu zählt zudem sicherlich, diese Interventionsinhalte auch auf die Zielgruppe der betroffenen Männer zu adaptieren [20].

Relevanz für die Praxis

Diese Feststellung von 2017 bleibt weiterhin gültig: „Da zusammenfassend gesehen schädliche Auswirkungen wissenschaftlich fundierter psychosozialer Interventionen bei Fertilitätsstörungen eher sehr unwahrscheinlich sind und sich zumindest die Tendenz einer besseren Lebensqualität nach Beratung bzw. Psychotherapie in den hier betrachteten Reviews und Meta-Analysen zeigt, sollte Paaren diese Möglichkeit nach Bedarf niedrigschwellig zur Verfügung stehen, zu jedem Zeitpunkt einer reproduktionsmedizinischen Behandlung und auch unabhängig davon. Nach derzeitigem wissenschaftlichem Stand kann eine Erhöhung der Schwangerschaftswahrscheinlichkeit durch solche Interventionen den Paaren allerdings nicht in Aussicht gestellt werden (außer bei verhaltensbedingter Fertilitätsstörung).“ ([1], p. 12)

Interessenkonflikt

T. Wischmann ist Co-Autor der Publikation [16] und war federführender Koordinator der AWMF-Leitlinie 016-003: „Psychosomatisch orientierte Diagnostik und Therapie bei Fertilitätsstörungen“ [8].

Literatur:

  1. Wischmann T. Effekte psychosozialer Interventionen auf Lebens­qualität und Schwangerschaftsraten bei infertilen Frauen und Männern – eine aktuelle Übersicht. J Reproduktionsmed Endo­krinol 2017; 14: 8–13.
  2. Boivin J. Psychosoziale Interventionen bei Kinderwunsch: Ein Review. Gynäkol Endokrinol 2004; 2: 94–109.
  3. Cousineau TM, Domar AD. Psychological impact of infertility. Best Pract Res Clin Obstet Gynaecol 2007; 21: 293–308.
  4. Wischmann T. Einführung Reproduktionsmedizin: Medizinische Grundlagen – Psychosomatik – Psychosoziale Aspekte. Reinhardt UTB; München, 2012.
  5. Boivin J, Griffiths E, Venetis CA. Emotional distress in infertile women and failure of assisted reproductive technologies: meta-analysis of prospective psychosocial studies. BMJ 2011; 342: d223.
  6. Nicoloro-Santa Barbara J et al. Just relax and you’ll get pregnant? Meta-analysis examining women’s emotional distress and the outcome of assisted reproductive technology. Soc Sci Med 2018; 213: 54–62.
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  8. Wischmann T et al. Psychosomatically oriented diagnostics and therapy for fertility disorders. Guideline of the DGPFG (S2k-Level, AWMF Registry Number 016/003, December 2019). Geburtsh Frauenheilkd 2021; 81: 749–68.
  9. Findeklee S, Diedrich K. Reproduktionsmedizin – gestern, ­heute, morgen und übermorgen. Die Gynäkologie 2024; 57: 671–8.
  10. Wischmann T, Thorn P. Wenn ART erfolglos bleibt: Zahlen, Erfahrungen, Interventionen und ein Plädoyer für den „Plan B“. Gynäkologische Praxis 2023; 51: 428–36.
  11. Mahmoud MY et al. The impact of music therapy on anxiety and pregnancy rate among infertile women undergoing assisted reproductive technologies: a systematic review and meta-analysis. J Psychosom Obstet Gynaecol 2022; 43: 205–13.
  12. Wang X, Wang Y. The effectiveness of mindfulness-based intervention on emotional states of women undergoing fertility treatment: a meta-analysis. J Sex Marital Ther 2023; 49: 249–58.
  13. Warne E, Oxlad M, Best T. Evaluating group psychological interventions for mental health in women with infertility undertaking fertility treatment: A systematic review and meta-Analysis. Health Psychol Rev 2023; 17: 377–401.
  14. Dube L et al. Efficacy of psychological interventions for mental health and pregnancy rates among individuals with infertility: a systematic review and meta-analysis. Hum Reprod Update 2023; 29: 71–94.
  15. Koumparou M et al. The effect of psychosocial interventions on infertility: Inconsistency of research data. Psychiatriki 2021; 32: 232–40.
  16. Kremer F, Ditzen B, Wischmann T. Effectiveness of psychosocial interventions for infertile women: A systematic review and meta-analysis with a focus on a method-critical evaluation. Plos One 2023; 18: e0282065.
  17. Maleki-Saghooni N et al. Effectiveness of infertility counseling on pregnancy rate in infertile patients undergoing assisted reproductive technologies: a systematic review and meta-analysis. Int J Reprod Biomed 2017; 15: 391–402.
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  29. Hinkle M, Dodd J. A systematic review of interventions targeting infertility-related distress: a search for active ingredients. J Sex Marital Ther 2022; 48: 167–93.
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  36. Patel A, Sharma P, Kumar P. Application of mindfulness-based psychological interventions in infertility. J Hum Reprod Sci 2020; 13: 3–21.
  37. Taebi M, Simbar M, Abdolahian S. Psychological empowerment strategies in infertile women: a systematic review. J Educ Health Promot 2018; 7: 68.
  38. Wang G, Liu X, Lei J. Cognitive behavioural therapy for women with infertility: a systematic review and meta-analysis. Clin Psychol Psychother 2023; 30: 38–53.
  39. Faramarzi M et al. Treatment of depression and anxiety in infertile women: Cognitive behavioral therapy versus fluoxetine. J Affect Dis 2008; 108: 159–64.
  40. Faramarzi M et al. Is psychotherapy a reliable alternative to pharmacotherapy to promote the mental health of infertile women? A randomized clinical trial. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 2008; 141: 49–53.
  41. Faramarzi M et al. The effect of the cognitive behavioral therapy and pharmacotherapy on infertility stress: a randomized controlled trial. Int J Fertil Steril 2013; 7: 199–206.
  42. Wang G, Liu X, Lei J. Effects of mindfulness-based intervention for women with infertility: a systematic review and meta-analysis. Arch Womens Ment Health 2023; 26: 245–58.
  43. Yazdani F et al. Counseling-supportive interventions to decrease infertile women’s perceived stress: a systematic review. Electron Physician 2017; 9: 4694–702.
  44. Zhou R et al. Pregnancy or psychological outcomes of psychotherapy interventions for infertility: a meta-analysis. Front Psychol 2021; 12: 643395.

Tabelle 1: Zentrale Charakteristika der untersuchten systematischen Reviews und Meta-Analysen (Studien alphabetisch nach Erstautor sortiert, fett gedruckte Referenzen gingen in die Auswertung ein)

Publikation

Anzahl Studien (davon RCTs)

Outcome (Anzahl Studien mit psychosozialen Interventionen); SSR

Anzahl Pat. (Intervention)

Anzahl Pat. (Kontrolle)

Ergebnisse

Spezifische Ergebnisse

13 (7 RCTs)

Psychologisch (Ehezufriedenheit n = 10, sexuelle Zufriedenheit n = 3)

n = 512 Paare und n = 230 Frauen

SMD (Ehezufriedenheit): 0,97, (sexuelle Zufriedenheit): 2,61

2,5fach höhere Ehezufriedenheit und 1,5fach höhere sexuelle Zufriedenheit nach „psychologischer Beratung“ 12 der 13 Studien aus dem Mittleren Osten

25 (25 RCTs)

SSR

n = 2098 ­Frauen

n = 2075 ­Frauen

RR (SSR) = 1,31

Nur Studienprotokoll für [14]

34 RCTs

psychologisch (Ängstlichkeit
n = 14, Depressivität n = 9, Disstress n = 4); SSR (n = 11)

n = 7213 Frauen

SMD (Ängstlichkeit): 0,25 (Gruppentherapie wirksamer als Einzeltherapie); (Depressivität und Disstress): NS; SSR: NS bei psychosozialen Interventionen (OR: 1,39 bei Gruppentherapie)

Es wurden psychosoziale Interventionen, ­Akupunktur und Lifestyle-Interventionen verglichen (= nicht-pharmakologische ­Interventionen).

58 RCTs

psychologisch
(n = 54); SSR
(n = 21)

n = 6876 (Frauen und Paare)

g (SSR): 1,25; Psychologisch: große ES bei Disstress, Wohlbefinden, Ehezufriedenheit; mittlere ES bei Ängstlichkeit, Depressivität

Kein therapeutischer Ansatz eindeutig überlegen; Studien aus dem Mittleren Osten zeigten durchgängig stärkere Effekte g (psych.): 1,40 vs. g (psych.): 0,23 (­außerhalb Mittlerer Osten)

3 (0 RCTs)

Nur narrativer Review

n = 149

n = 99

Effekte von Yoga

12 (4 RCTs)

Psychologisch (Ängstlichkeit
n = 7, Depressivität n = 4; Lebensqualität und Wohlbefinden n = 3); SSR
n = 6

Frauen:
n = 309
(Ängstlichkeit);
n = 200
(Depressivität)

Frauen:
n = 261
(Ängstlichkeit);
n = 112
(Depressivität)

4 ES (Ängstlichkeit) von 7 klein, 1 groß, 2 NA; in 4 von 4 Studien signifikant niedrigere ­Depressivität; in 2 von 2 Studien höhere Lebensqualität, in 1 von 1 Studie höheres Wohlbefinden; in 2 von 6 Studien signifikant höhere SSR

Mind-body interven­tions

12 RCTs

SSR

n = 781 Frauen

n = 754 Frauen

SMD (SSR): 1,39

SMD (Mind-Body): 1,37 (5 Studien); SMD (CBT): 2,19 (1 Studie)

Nur narrativer Review zu E-Mental-Health-Interventionen

Theoretische Analyse von aktiven Bestandteilen psychosozialer Interventionen

Nur narrativer Review, keine Vergleiche

15 RCTs

SSR, LGR, AR

n = 1217 ­Frauen bzw. Paare

n = 1217 ­Frauen bzw. Paare

RR (SSR): 1,12

RR (Mind-body): 1,21; CBT = NS; RR (> 15 Tage): 1,25. Aussagen zu LGR und AR nicht möglich

60 (? RCTs)

Nur narrativer Review

10 RCTs

psychologisch (Depressivität n = 4, Ängstlichkeit
n = 3); SSR (n = 9)

n = 1129 (darunter 132 Männer)

OR (SSR): 1,34 (NS); g (Ängstlichkeit) NS, große ES bei Depressivität

Ausführliche methodologische Kritik an den vorliegenden Studien

9 (6 RCTs)

Nur narrativer Review

11 (7 RCTs)

psychologisch (Ängstlichkeit n = 8, Depressivität n = 4, Disstress n = 2)

n = 1212

n = 493

Keine zusammenfassende quantitative Auswertung!

Mind-Body und CBT wurden als „complimentary medicine“ definiert

7 RCTs

Psychologisch (Ängstlichkeit, Schmerz, Globalzufriedenheit); SSR

n = 793 Frauen

RR (SSR): 1,08 NS; MD (Ängstlichkeit): -3,09, MD (Schmerz): -2,93, MD (allg. Zufriedenheit): 1,51

Nur Musiktherapie einbezogen

9 RCTs

SSR

n = 481
(Frauen bzw. Paare)

n = 598
(Frauen bzw. Paare)

OR (SSR): 3,85

Studie von [18], geht mit OR 14 maßgeblich in die Analyse ein

Nur Studienprotokoll

52 (11 RCTs)

Nur narrativer Review

9 (3 RCTs)

Nur narrativer Review

Mindfulness-based interventions

21 (? RCTs)

Nur narrativer Review iranischer Studien

16 RCTs

psychologisch (Depressivität n = 11, Ängstlichkeit n = 8, Disstress n = 3, ­Lebensqualität
n = 3, BMI n = 2)

Frauen, n = 751 (Depressivität),
n = 473 (Ängstlichkeit), n = 168 (Disstress) n = 145 (Lebensqualität), n = 89 (BMI)

SMD (Depressivität): -1,11; (Ängstlichkeit): -1,32; (Disstress): -1,16; (Lebensqualität): 1,71; BMI: NS

CBT wird als sehr effektiv bewertet. Drei der untersuchten Publikationen [39–41] beziehen sich auf dieselbe Studie.

10 RCTs

psychologisch (Ängstlichkeit n = 7, Depressivität n = 6, Disstress n = 2, Lebensqualität n = 2), BMI

Frauen: n = 495 (Depressivität),
n =840 (Ängstlichkeit),n = 68
(Disstress), n = 187 (Lebensqualität), n = 90 (BMI)

SMD (Depressivität): -1,28; (Ängstlichkeit): -0,89; (Disstress und BMI): NS, hoch signifikant in 5 von 8 Dimensionen der Lebensqualität

Nur Mindfulness-based Interventionen einbezogen

6 (? RCTs)

psychologisch (Ängstlichkeit, Depressivität, Mindfulness, Self-compassion)

n = 964 Frauen

SMD (Ängstlichkeit): -0,31; (Depressivität): -0,94; Mindfulness und Self-compassion: NS

Nur Mindfulness-based Interventionen einbezogen

30

psychologisch (­Depressivität, Ängstlichkeit, Fertilitätsstress, Ehe­unzufriedenheit, FertiQoL); SSR

n = 1279 ­Frauen

n = 1473 ­Frauen

OR (SSR): 2,42; Hgw (Depressivität): -1,28; Hgw (Ängstlichkeit): -1,14; Hgw (Fertilitätsstress): -0,25; Hgw (Eheunzufriedenheit): -0,94

Nur Gruppeninterventionen einbezogen

29 (4 RCTs)

Nur narrativer Review

29 RCTs

SSR (n = 10), psychologisch („total scales“ n = 10, Depressivität)

n = 3522 (Frauen bzw. Paare)

RR (SSR): 1,43; SMD („Total scales“): -0,33, (Ängstlichkeit): NS, auf 2 von 7 Depressionsfragebögen Verbesserungen

RR (Mind-body): 1,49; RR (CBT): 2,00

Legende: RCT = Randomized controlled Trial; SSR = Schwangerschaftsrate/n; LGR = Lebendgeburtenrate/n; AR = Abortrate/n; Pat. = patients;
SMD = standardized mean difference; CBT = cognitive behavioural therapy; g = Hedges‘ g; g (psych.) = Hedges‘ g (for combined psychological out­come); ES = Effektstärke/n; OR = Odds Ratio; RR = Risk Ratio, NS = nicht signifikant, BMI = Body Mass Index, FertiQoL = fertilitätsbezogene Lebens­qualität, Hgw = gewichtetes Hedges‘ g, NA = nicht anwendbar


 
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