| Mielke C, Krüger K |
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Aktuelles zu den genetischen Ursachen der Parkinson-Krankheit: Implikationen für die molekulare Pathogenese und Diagnostik Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2014; 15 (1): 16-19 Volltext (PDF) Summary Praxisrelevanz Keywords: Genvarianten, gestörter Proteinabbau, mitochondriale Dysfunktion, Morbus Parkinson, Neurobiologie, Oxidativer Stress, Risiko Auch wenn die Parkinson-Krankheit in der Mehrzahl der Fälle sporadisch, das heißt ohne erkennbare erbliche Ursache auftritt, wurden anhand familiärer Fälle zwischenzeitlich 9 Gene für monogenetische Parkinson-Formen identifiziert, die zum Teil auch als Risiko- oder protektive Faktoren eine Rolle bei der sporadischen Erkrankung spielen. Dabei verursachen sowohl dominante (PARK1/PARK4, PARK8, PARK17) als auch rezessive Formen (PARK2, PARK6, PARK7) ein dem idiopathischen Parkinson-Syndrom ähnliches klinisches Bild. Drei weitere rezessive Formen stellen juvenile Parkinson-Syndrome mit klinisch atypischem Bild und Verlauf dar. Insgesamt gelten Mutationen im LRRK2-Gen (PARK8) bei Patienten mit dominantem Erbgang und Mutationen im Parkin-Gen (PARK2) bei rezessivem Erbgang als die häufigsten, bekannten genetischen Ursachen der Parkinson-Krankheit. Pathophysiologisch stehen Mechanismen des gestörten Proteinabbaus, des oxidativen Stresses und der mitochondrialen Dysfunktion sowohl bei den monogenen als auch bei den idiopathischen Formen im Mittelpunkt. Zur Diagnosesicherung – insbesondere bei jungen Patienten – oder für die individuelle Lebensplanung kann ein genetischer Test in ausgewählten Fällen sinnvoll sein. |
