| Schmidbauer M | ||||||||||||||||
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Einige neuropathologische Aspekte zur bildgebenden Diagnostik bei Entzündungen des Zentralnervensystems Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2003; 4 (1): 7-12 Volltext (PDF) Summary Abbildungen Keywords: Entzündung, Läsionstopographie, Neurologie, Neuropathologie, Neuroradiologie, Neurotropismus Die Neuroradiologie orientiert sich bei der Identifikation von Läsionen des Zentralnervensystems an markanten Signalveränderungen und an der Topographie von Läsionsmustern. Dieses Denkkonzept gründet auf der vaskulären Pathologie und liefert dort die zuverlässigsten Ergebnisse. ZNS-Entzündungen im Akutstadium sind dagegen sowohl klinisch als auch neuroradiologisch vieldeutig. Grund dafür sind die formalen und pathodynamischen Unterschiede zwischen vaskulären und entzündlichen ZNS-Läsionen. Eine vaskuläre Läsion ist im Regelfall eine strikte Organerkrankung mit schlagartiger Funktionsabschaltung. Die meisten Infektionen des ZNS sind dagegen Teil einer "Allgemeinerkrankung", deren Mechanismen als metabolische Störung auf das ZNS konvergieren und so die neurologische Symptomatik mitgestalten. Die meisten erregerbedingten Läsionen entstehen nicht "schlagartig". Dem entspricht eine fließende, graduelle Entwicklung von Klinik und Läsion. Entzündliches Ödem und Interaktionen von Entzündungsmediatoren mit Neurotransmittern/Modulatoren bilden eine weitere Störvariable. Erst der stationäre Defekt erhält lokalisatorische Trennschärfe durch den Wegfall von Wirkungen der Allgemeinerkrankung und von Faktoren des aktiven Entzündungsvorgangs. Die vier Vektoren der individuellen Erkrankung - Beteiligung anderer Organsysteme an der Allgemeinerkrankung, Route/Tropismus, Reifezustand des Nervensystems und Immunstatus - unterliegen variablen Gewichtungen, was die Erscheinungsvielfalt der individuellen Erkrankung erklärt. Dennoch sind für manche Erreger typische Grundkonstellationen erkennbar. Anhand allgemeiner neuropathologischer Prinzipien und konkreter Modellerkrankungen sollen die Probleme in der Routinediagnostik analysiert und begründet werden. |
