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Hornstein C et al.  
Prävention postpartaler psychischer Störungen beginnt in der Schwangerschaft!

Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2009; 10 (1): 48-52

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Abb. 1: Postpartale psychische Erkrankungen



Keywords: PsychiatriePsychotherapieSchwangerschaft

Psychische Erkrankungen in der Schwangerschaft und nach der Geburt und psychische Belastungen von jungen Müttern werden in ihrer Häufigkeit und Tragweite oft unterschätzt. Sie sind jedoch als Risikofaktoren für das Kindeswohl bekannt. Postpartale psychische Erkrankungen treffen Mütter in allen Bevölkerungsschichten, sie sind in hohem Maße stigmatisierend und bleiben daher oft unerkannt und unbehandelt. Die betroffenen Frauen ziehen sich aus Scham, Angst und Schuldgefühlen zurück, sind mit Therapiemaßnahmen schwer zu erreichen und verschließen sich Unterstützungsangeboten zum Kindeswohl. Durch die systematische Koordinierung von Versorgungsstrukturen der Gesundheits- und Jugendhilfe soll ein überdauerndes Netzwerk für psychisch kranke und jugendliche Mütter von Säuglingen und Kleinkindern zur Prävention von kindlichen Entwicklungsrisiken und Kindeswohlgefährdung etabliert werden. Das Vorhaben beinhaltet folgende Schritte: (1) Identifizierung einer Risikokonstellation, (2) erhöhte Achtsamkeit gegenüber einer Risikofamilie und (3) Begleitung zu niederschwelliger Behandlung und Unterstützung. Das Kompetenznetz wendet sich selektiv an diejenigen Mütter, die Risikofaktoren für psychische Erkrankungen aufweisen bzw. erste Krankheitsanzeichen erkennen lassen und an jugendliche Mütter, die unter psychosozialen Belastungen und/oder ersten Anzeichen einer psychischen Erkrankung leiden. Durch erhöhte Sensibilität und Achtsamkeit derjenigen Berufsgruppen, die in der Postpartalzeit Mütter mit Säuglingen betreuen – Gynäkologen, Hebammen, Kinderärzte – sollen betroffene Frauen motiviert werden, psychiatrisch-psychotherapeutische Frühinterventionen und/oder Unterstützungsangebote der Jugendhilfe wahrzunehmen. Die Behandlung der Erkrankung, die Beziehungsförderung zum Säugling und die Entlastung der Mutter durch den Aufbau eines individuellen sozialen Netzes sind Schwerpunkte der präventiven Maßnahmen. Das Projekt basiert auf den vorhandenen strukturellen und personellen Ressourcen der Jugend- und Gesundheitshilfe. Durch berufsgruppenspezifische Fortbildungen werden fachliche Kompetenzen erweitert und auf das zu realisierende peripartale Versorgungsangebot hin zugeschnitten. Ein Internethandbuch mit fachlichen Informationen und Materialien, Netzwerkstrukturen und Zugangswegen sowie einem Verzeichnis mit Kontaktadressen sichert nachhaltig das Funktionieren des Netzwerks.
 
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