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Summary
Tagay S et al.  
Was impliziert die subjektiv empfundene Überwindung der eigenen Essstörung bei Anorexia nervosa? Eine Katamnese

Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2009; 10 (4): 42-48

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Abb. 1: Essstörung - Überwindung Abb. 2: Überwindung - Essstörung



Keywords: Psychosomatische MedizinPsychotherapieStudie

Die vorliegende Studie untersuchte den Gewichtsverlauf und die psychische Befindlichkeit von 134 ehemaligen Anorexia nervosa- (AN-) Patientinnen, die in der Zeit von 1993–2006 stationär in der Psychosomatischen Klinik Essen behandelt wurden. Neben einem strukturierten Interview kamen das Strukturierte Inventar für Anorektische und Bulimische Essstörungen (SIAB-S) und der Fragebogen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität (SF-12) zum Einsatz. In die Untersuchung gingen Daten von 74 Probandinnen ein (Alter zum Katamnesezeitpunkt: 25,8 ± 7,5 Jahre, Range 20–53). Zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme lag der Body-Mass- Index (BMI) bei 14,9 ± 1,4 kg/m²; der BMI erhöhte sich bis zur Entlassung auf 17,4 ± 1,6 kg/m² (p ≤ 0,001). Zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung war der BMI mit 18,1 ± 2,6 kg/m² signifikant größer (p ≤ 0,05). Probandinnen, die zum Katamnesezeitpunkt angaben, die eigene Essstörung überwunden zu haben, zeigten hochsignifikant einen höheren BMI (p ≤ 0,001), eine regelmäßige Menstruation (p ≤ 0,05), weniger Essstörungssymptome wie Körperschemastörung (p ≤ 0,001), weniger atypische Essanfälle (p ≤ 0,05) und bulimische Symptome (p ≤ 0,01), weniger Psychopathologie und eine bessere soziale Integration (p ≤ 0,001) sowie eine bessere körperliche (p ≤ 0,001) und psychische (p ≤ 0,001) gesundheitsbezogene Lebensqualität als Probandinnen, die die eigene Essstörung nicht überwunden hatten. Die Befunde lassen die Vermutung zu, dass die Frage nach der Überwindung der eigenen Essstörung dem Behandler auf eine sehr ökonomische Art und Weise wichtige diagnostische Informationen über den aktuellen klinischen Zustand, aber auch den möglichen weiteren Verlauf der Erkrankung liefern kann.
 
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