Betschart C, Scheiner D, Fink D, Perucchini D Konservative Therapie von Harninkontinenz, Drangsymptomen und Genitaldeszensus Journal für Urologie und Urogynäkologie 2008; 15 (3) (Ausgabe für Österreich): 23-30 Journal für Urologie und Urogynäkologie 2008; 15 (3) (Ausgabe für Schweiz): 12-20 Volltext (PDF) Summary Praxisrelevanz Übersicht | ||||||
Abbildung 3: Urodynamische Untersuchung Die urodynamische Untersuchung kann die Therapiewahl beeinflussen: a) Zystometrie mit phasischen Detrusorkontraktionen. Phasische Detrusorkontraktionen während der Füllzystometrie bestätigen eine motorische Dranginkontinenz und sprechen in der Regel gut auf eine anticholinerge Therapie an. Patientinnen mit sensorischer Dranginkontinenz, wo in der urodynamischen Untersuchung keine Detrusorkontraktionen auftreten, zeigen vor allem gute Erfolge mit Blasentraining und Verhaltenstherapie und sprechen weniger auf Anticholinergika an. b) Zystometrie mit einer terminalen Detrusorkontraktion. Patientinnen mit terminaler Detrusorkontraktion profitieren vor allem von der "Miktion nach der Uhr“, wo die Toilette vor dem imperativen Harndrang aufgesucht wird. Anticholinergika würden das Miktionsintervall verlängern resp. die Blasenkapazität erhöhen, womit das Problem zeitlich etwas hinausgezögert, nicht aber behoben wird. Die "Miktion nach der Uhr" richtet sich nach dem kürzesten Miktionsintervall im Miktionskalender. |
Abbildung 3: Urodynamische Untersuchung
Die urodynamische Untersuchung kann die Therapiewahl beeinflussen: a) Zystometrie mit phasischen Detrusorkontraktionen. Phasische Detrusorkontraktionen während der Füllzystometrie bestätigen eine motorische Dranginkontinenz und sprechen in der Regel gut auf eine anticholinerge Therapie an. Patientinnen mit sensorischer Dranginkontinenz, wo in der urodynamischen Untersuchung keine Detrusorkontraktionen auftreten, zeigen vor allem gute Erfolge mit Blasentraining und Verhaltenstherapie und sprechen weniger auf Anticholinergika an. b) Zystometrie mit einer terminalen Detrusorkontraktion. Patientinnen mit terminaler Detrusorkontraktion profitieren vor allem von der "Miktion nach der Uhr“, wo die Toilette vor dem imperativen Harndrang aufgesucht wird. Anticholinergika würden das Miktionsintervall verlängern resp. die Blasenkapazität erhöhen, womit das Problem zeitlich etwas hinausgezögert, nicht aber behoben wird. Die "Miktion nach der Uhr" richtet sich nach dem kürzesten Miktionsintervall im Miktionskalender. |
