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Mayr H et al.  
Versorgungsstrukturen und Qualität der psychiatrischen und psychosomatischen Konsiliar-Liaison- (CL-) Dienste in österreichischen Spitälern

Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2015; 16 (4): 138-148

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Abb. 1: Diagnosen-Verteilungsmuster Abb. 2: Ressourcen-Zuordnung Abb. 3: Organisationsmodell Abb. 4: Fachliche Schwerpunkte Abb. 5: Ressourcen pro Krankenhausbett Abb. 6: Ressourcenverteilung-Berufsgruppen



Keywords: Konsiliar-Liaison-DienstPsychiatriePsychosomatikVersorgungsstruktur

Zielsetzung: Eine Bestandsaufnahme der Versorgungsstruktur und Qualität von Konsiliar-Liaison-Diensten (CL-Dienste) in österreichischen Spitälern durchzuführen, um auf Basis dieser Ergebnisse inhaltliche und strukturelle Weiterentwicklungen anregen zu können. Methodik: Telefonisches Interview anhand eines Fragebogens, der dafür in einer Arbeitsgruppe erstellt wurde. Sämtliche österreichischen Schwerpunkt- und Standardspitäler sowie Sonderkrankenanstalten wurden einbezogen. Ergebnisse: Die Ergebnisse repräsentieren 71 % der österreichischen Spitalsbetten. Übereinstimmend mit der Literatur ist das Diagnosespektrum der in den CL-Diensten behandelten Patienten gekennzeichnet von einem Überwiegen von organisch bedingten Störungen, Störungen durch psychotrope Substanzen und depressiven Syndromen. Das Konsiliarmodell ist mittlerweile überall verwirklicht, die Behandlung von onkologischen und Schmerzpatienten wird am häufigsten – über alle Fächer hinweg – als fachlicher Schwerpunkt genannt. Das Angebot an Ressourcen für CL-Tätigkeit liegt in allen Bundesländern in unterschiedlichem Ausmaß unter den in der Literatur genannten Soll-Werten. Unsere Untersuchung zeigt in Bezug auf Organisation und Qualität von CL-Diensten ein sehr heterogenes Bild, z. B. organisatorische Zuordnung der Ressourcen, Organisationsmodelle, Schwerpunktlegung in der CL-Tätigkeit und Ressourcen der unterschiedlichen Berufsgruppen. Schlussfolgerungen: Die große strukturelle Streuung weist auf gewachsene Strukturen hin, Planung und Steuerung für diesen wichtigen Versorgungsbereich fehlen weitgehend. Bei knappen Ressourcen mit strukturellen Defiziten besteht die Gefahr von Doppelläufigkeiten mit weiteren negativen Auswirkungen auf die Versorgungslage. Die Existenz bzw. Etablierung von psychiatrischen und psychosomatischen CL-Diensten liegt im Interesse von Patienten mit somatischer und psychischer Komorbidität. Die Komplexität der psychopathologischen Symptomatik und der psychosozialen Probleme bei körperlich erkrankten Patienten erfordert eine spezielle Expertise. Eine grundlegende Planung der Versorgung dieser großen Gruppe komplex erkrankter Patienten mit Festlegung von Standards und Strukturqualitätskriterien für CL-Dienste ist dringend und unverzichtbar. Ebenso ist es wichtig, die Aufgabenbereiche der unterschiedlichen in CL-Diensten tätigen Berufsgruppen zu definieren.
 
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