| Glaser F et al. |
Technologie des 12-Ableitungs-Elektrokardiogramms – Review und Empfehlungen // 12-Lead electrocardiogram technology
– review and recommendations
Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2025; 32 (1-2): 4-12
Volltext (PDF) Summary Abbildungen
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High-Pass-Filter
Abbildung 1: EKG-Beispiel mit HPF-Cut-off von 0,05; 0,1; 0,5 und 1 Hz.
Das Ende des QRS ist durch die in den inferioren Ableitungen erkennbare J- Wave definiert (senkrechte Linien). Ab dem 0,5-Hz-Cut-off kommt es zu erkennbaren Veränderungen des QRS-ST-Übergangs mit dessen Anhebung präkordial und Absenkung inferior. Zusätzlich weist das gesamte ST-T-U-Segment in nahezu allen Ableitungen eine ausgeprägte Formveränderung auf (aus [6], Nachdruck mit Genehmigung der Firma Berger Medizintechnik GmbH).
Keywords: EKG,
EKG-Filterung,
High-Pass-Filter,
HPF-Cut-off,
Kardiologie,
niedrige Frequenz
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High-Pass-Filter
Abbildung 2: Anwendung eines digitalen
HPF mit 0,56-Hz-Cut-off, verglichen mit
0,04 Hz: Das Kürzel ADS kennzeichnet die
Anwendung eines proprietären digitalen
„Zero Phase Distortion-“ (ZPD-) Filters. Das
Kurvenbild bleibt unverändert. Der in V₂ milde
„baseline shift“ wird eliminiert, alle QRS-Komplexe
befinden sich auf gleicher Höhe.
Keywords: EKG,
EKG-Filterung,
High-Pass-Filter,
HPF-Cut-off,
Kardiologie,
niedrige Frequenz
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Low-Pass-Filterung
Abbildung 3: EKGs einer 81-jährigen
Patientin.
Biventrikuläre Stimulation bei
Vorhofflimmern und stattgehabter Ablation
des AV-Knotens. Der linksventrikuläre Stimulus
erfolgt 30 msec früher als der rechtsventrikuläre.
Registrierung der beiden EKGs
unmittelbar hintereinander. Geändert wurde
lediglich der Low-Pass-Filter von 40 auf
150 Hz (siehe technische Angaben unterhalb
des Tracings).
Bei einem Cut-off von 40 Hz sind die Amplituden
der Stimulationsimpulse wesentlich
niedriger. Der rechtsventrikuläre Stimulus
ist in den Extremitätenableitungen in beiden
Registrierungen
nicht zu erkennen. In
den Brustwandableitungen ist dieser beim
Cut-off von 40 Hz praktisch nicht, bei 150 Hz
in V₄, V₅ und V₆ klar erkennbar (Pfeile). Zu
beachten ist auch die wesentlich höhere
Amplitude der QRS-Komplexe beim Cut-off
von 150 Hz. Die Grundlinie erscheint im Vergleich
mit 40 Hz etwas „verzittert“.
Keywords: EKG,
EKG-Filterung,
hohe Frequenz,
Kardiologie,
Low-Pass-Filter,
LPF-Cut-off
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Low-Pass-Filterung
Abbildung 4: EKGs eines 64-jährigen
Patienten mit postmyokarditischer Kardiomyopathie
und ausgedehnten Late-
Enhancement-Arealen in der Magnetresonanztomographie.
Ein EKG wurde mit
LPF-Cut-off 40 Hz registriert, neuerliche
Registrierung mit identer Elektrodenlage
mit 150 Hz. Sinusrhythmus mit PQ 200, bifaszikulärer
Block, massive Fragmentierung
des QRS. Diese hochfrequenten Komponenten
des QRS werden bei 40-Hz-Filterung
zu einem großen Teil weggefiltert oder abgerundet.
Die QRS-Amplitude ist in einigen
Ableitungen kleiner, in V₃ jedoch führen
die nicht aufgelösten Fragmentierungen
aufgrund eines Summierungseffekts und
Interpolation fälschlich zu einer größeren
QRS-Amplitude als bei 150-Hz-Filterung. Bei
40 Hz Filterung deutlich weniger „verzitterte“
Grundlinie. Der proprietäre HPF ist nicht
aktiviert, der Cut-off bei 0,04 Hz. Dies führt
zu deutlicher Grundlinienschwankung, die
aber die Diagnostik nicht stört.
Oben am Beginn der Aufzeichnung grobe
Grundlinienschwankung bei nicht intakter
Signalkette (meist mangelnder Elektrodenkontakt),
unten geringer, durch Atmung
verursacht.
Keywords: EKG,
EKG-Filterung,
hohe Frequenz,
Kardiologie,
Low-Pass-Filter,
LPF-Cut-off
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Low-Pass-Filterung
Abbildung 5: EKG-Dokumentation der Beendigung einer Slow-Fast-AV-Knoten-Reentry-Tachykardie
(AVNRT) mit Adenosin bei einem 18-jährigen Patienten. Registrierung mit einem im Notarztsystem
verwendeten kompakten Kombinationsgerät mit Monitor (inklusive O₂-Sättigung, Blutdruck, Kapnometrie),
Defibrillator und technologisch relativ einfachem EKG-Modul. Optimale Signalkette durch
Verwendung von Klebeelektroden. Die Filterung ist am Streifen ersichtlich. Der HPF lässt eine nicht
störende Grundlinienschwankung zu. Der LPF-Cut-off von 150 Hz zeigt durch seine hohe zeitliche
Auflösung die hochfrequente Fragmentierung des QRS in der 2. Hälfte der Aufzeichnung. Die (durch
Pfeile markierten) P-Wellen während der AVNRT sind schmal und hoch durch die gleichzeitige schnelle
retrograde Aktivierung beider Vorhöfe. Das Beispiel zeigt, dass auch mit technologisch einfacheren
EKG-Geräten qualitativ hochwertige EKGs registriert werden können. Das Vorhandensein von sehr
hochfrequenten, in jedem Herzzyklus sich wiederholenden Signalen ist ein gutes Kriterium, um die
Qualität der Low-Pass-Filterung zu erkennen.
Keywords: EKG,
EKG-Filterung,
hohe Frequenz,
Kardiologie,
Low-Pass-Filter,
LPF-Cut-off
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Elektrodenplatzierung
Abbildung 6: EKGs einer 61-jährigen Patientin
mit ischämischer Kardiomyopathie.
Oben: Platzierung der Armelektroden unterhalb
der Clavicula am Rand des Deltoideus,
Beinelektroden in Nabelhöhe (oberhalb
des Hosenbunds), seitlich abdominal annähernd
die Mason/Likar-Position. Unten:
Ordnungsgemäße Platzierung knapp oberhalb
der Hand- und Fußgelenke.
Es ergibt sich bei Platzierung am Rumpf in
der Frontalebene eine massive Drehung der
QRS-Achse nach rechts mit scheinbarem
linksposteriorem Hemiblock. In den Brustwandableitungen
liegt die QRS-Transition
bei V₄/₅ statt V₅/₆. Zusätzlich relevante Veränderungen
sowohl der QRS-Morphologie als
auch des ST-T-Segments.
Keywords: Armelektroden,
EKG,
Kardiologie,
Platzierung
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Ergänzende Ableitungen
Abbildung 7: Anatomische Beziehung der Brustwandableitungen sowie der ergänzenden Ableitungen V₃R und V₄R zu den Herzabschnitten, illustriert anhand
3D-CT-Rendering (links) und Illustration der Projektion der Brustwandableitungen auf das Herz anhand eines Transversalschnitts.
Keywords: 3D-CT,
Brustwandableitungen,
EKG,
ergänzende Ableitungen,
Kardiologie,
Schema
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Ergänzende Ableitungen
Abbildung 8: Position der ergänzenden Ableitungen V₇–V₉ (A). Präkordiale und posteriore Ableitungen bei einem 81-Jährigen mit Verschluss des Ramus
circumflexus 5 Stunden nach Schmerzbeginn im Vergleich mit normalem EKG (B). Beim akuten Posteriorinfarkt bieten V₁–₃ die spiegelbildliche Information
der posterioren Ableitungen V₇–₉ sowohl betreffend den QRS als auch das ST-Segment: reziproke Überhöhung und Verbreiterung der R-Welle als Spiegelbild
der Q-Welle posterior sowie ST-Senkung als Spiegelbild der posterioren ST-Hebung, gefolgt von einer terminal positiven T-Welle. Normalerweise
repräsentiert die kleine, schmale (bis 30 ms) R-Welle in V₁ und V₂ die initiale septale Aktivierung (1), worauf die gleichzeitige Aktivierung des rechten und
linken Ventrikels erfolgt (2), repräsentiert durch die S-Welle. Der Summenvektor weist aufgrund der größeren Muskelmasse des linken Ventrikels nach posterior.
Beim akuten Posteriorinfarkt kommt es auch im linken Ventrikel zu einem initialen elektrischen Summenvektor nach anterior, resultierend in einer
etwas überhöhten, vor allem aber verbreiterten R-Welle präkordial. Alle infarktbedingten Veränderungen sind in den präkordialen Ableitungen besser zu
erkennen als in den posterioren.
Keywords: EKG,
ergänzende Ableitungen,
Kardiologie,
Position,
Schema
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Elektrodenposition
Abbildung 9A-C: Elektrodenposition an Extremitäten (A), und Thorax (B und C).
MCL: Medioklavikularlinie. AAL: Anteriore Axillarlinie. MAL: Mittlere Axillarlinie.
(B: Shutterstock 2293671173, modifiziert. C: Shutterstock 2238871047 Sebastian Kaulitzki, modifiziert. Abdruck mit Shutterstock-Lizenz.)
Keywords: EKG,
EKG-Elektrodenposition,
Kardiologie,
Schema
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